Wer mit Öl heizt produziert CO2, bei Gas ist es genauso. Letzteres ist zudem noch knapp geworden. Da muss was geschehen.

Die Ölheizung wird zukünftig sowieso verboten, weshalb eigentlich?  Nun soll es auch an das Gas gehen, 2024 ist endgültig Schluss mit Neuanlagen. Wie sollen denn wir heizen? Nutzen wir die heute als ökologisch gepriesene Holzpellets, ist der Wald bald Geschichte. Nun haben die Wortführer die Wärmepumpe entdeckt, sie wird wahrscheinlich bald zur Pflicht.

Verbaut werden  bei Neubauten-  oft Luft-Wasser-Wärmepumpen. Die saugenaußen Luft an, kühlen die ab  und erwärmen damit das  Heizungswasser. Wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Das klappt in neuen  Niedrigenergiehäusern mit Fußbodenheizung, wenn es draußen nicht allzu kalt ist… Je niedriger die Außentemperatur, desto weniger Energie liefert die Wärmepumpe und umso höher ist der Stromverbrauch. Damit das überhaupt funktioniert, setzt man Wasserbehälter mit mehreren hundert Liter Fassungsvermögen als Wärmespeicher ein. Wenn‘s die Wärmepumpe nicht schafft, wird das Wasser auch elektrisch beheizt. Das erinnert irgendwie an die Nachtspeicherheizungen der frühen siebziger Jahre, Strom ist zum Verheizen heute zu schade!

Mit Radiatoren funktioniert das nicht mehr. Es ist nun mal ein physikalisches Grundgesetz, dass die Wärmepumpe umso schlechter arbeitet, je größer die Temperaturspanne ist, die überwunden muss. Bei 0 °C Lufttemperatur benötigen wir ca. 50° Wassertemperatur für die Heizung mit Radiatoren. Das kann die Wärmepumpe gerade soeben schaffen, aber nur bei mörderischem  Stromverbrauch.

Solche Anlagen kosten richtig Geld. Ein Angebot von Juli 2022 nennt Kosten von ca. 35.000 € für den Umbau der Heizung auf eine Luft-Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus! Bei einem Wohnhaus mit 6 Parteien wird das etwas  teurer, bei Abschreibung auf 12 Jahre belaufen sich die Kosten für jede Wohnung auf deutlich mehr als 100 Euro je Monat. Ohne Stromkosten! Bei einem Ein- oder Zweifamilienhaus sollte man besser nicht darüber nachdenken, was das monatlich kostet.

Nun eine Energiebilanz: Ein durchschnittliches, normal gedämmtes  Einfamilienhaus braucht etwa 25.000 kWh Heizenergie im Jahr. Das sind im Jahresmittel ca. 3 kWh je Stunde. Im Sommer  ist der Wert 0, im Winter sicher mehr als doppelt so hoch, bei strenger Kälte auch mehr. Nun heizt man im Normalhaus nicht rund um die Uhr gleichmäßig. Nachts senkt man die Temperatur, tagsüber bei Abwesenheit auch, am späten Nachmittag und in den Abendstunden  und am frühen Morgen ist der Heizbedarf am größten. Gehen wir also erst einmal von etwa 12 kWh pro Stunde an Spitzenleistung (oder etwas mehr) im strengen Winter aus.

Früher sagte eine Faustformel, dass je Quadratmeter Wohnfläche die Heizungsanlage 2 kW liefern können sollte, heute kann man bei zeitgemäßer Wärmedämmung Renovierung bei ca. 150 m² Wohnfläche von etwa1 kW pro Quadratmeter  ausgehen. Wir kommen damit in die gleiche Größenordnung.

Bei Temperaturen, die deutlich unter 0°C liegen  liefert eine Wärmepumpe maximal etwa das Dreifache der eingesetzten elektrischen Energie als Wärme ab. Eine solche Wärmepumpe müsste also über eine Antriebsleistung von 5 kW verfügen. Bei moderaten Temperaturen  kann die Pumpe zeitweise Pause machen. Ein Mittelspannungstrafo, der etwa  300 bis 500 Haushalte mit Strom versorgt, hat eine Leistung von etwa 630 kW. Bei durchschnittlich 2 Wohnungen je Haus, versorgt er etwa 150  bis 250 Häuser.  Auch bei optimistischer Rechnung würden wir 750 bis 1250 kW in der Spitze nur für die Heizung benötigen. Das versuchen Energielieferanten abzumildern, indem sie per „Fernsteuerung“  die Haushalte zeitweilig abschalten. Grundsätzlich  ist das möglich, wir müssen diese Leistung schließlich nicht ständig abrufen. Nur versorgen die Energienetze nicht nur unsere Heizung! Außerdem sollen sie zukünftig noch unsere E-Autos laden, aber das ist ein noch viel schwierigeres Thema. Auch wenn wir die Autos nachts laden, wenn wir nur wenig Energie für Heizung und Haushalt brauchen, das funktioniert so nicht!

Rechnen wwir rückwärts: Unser Trafo kann 24 * 630 = 15120 kWh am Tag liefern, das sind je Zweifamilienhaus ca 60 bis 100 kWh (je nach Zahl). Verteilt auf 24 Stunden darf jedes Haus dann ca. 2,5 bis 4,2 kW (bei konstanter Last) entnehmen.

Wir wollen elektrische Energie („Strom“) bald nur noch „grün“ produzieren. Das können wir beim heutigen Verbrauch in absehbarer Zukunft nicht, bei einem „Stromverbrauch“ der unser heutiges Netz komplett auslastet schon gar nicht. Das zu belegen, wäre ein weiterer Beitrag. Meine Milchmädchenrechnung sollte klar machen: CO2-freie Heizung und E-Mobilität und Haushaltsstrom gleichzeitig sind nicht so einfach realisierbar.

Wer uns etwas Anderes erzählt, hat entweder  gar keine Ahnung von dem, was er vertritt, oder er verarscht uns in kaum vorstellbaren Maß. Dabei bin ich mir nicht sicher, was zutrifft. Manchmal glaube ich: Beides!