Nun haben wir ihn endlich, den Total-Lock-Down und den auch gleich zu Weihnachten! Der Baum brennt! Eigentlich sollte man löschen,

aber unsere Politiker hatten es sich vorgenommen, bis nach Weihnachten damit zu warten. Nun bekommen sie aber trotzdem kalte Füße, obwohl der Vergleich hier dann hinkt. Jetzt muss doch sofort gehandelt werden. Ist doch ein konsequentes Vorgehen, oder? Der Infektionszug hatte schon mit dem Ende der Herbstferien ein bedrohliches Tempo aufgenommen. Dort hätte man schon die Notbremse ziehen müssen, die Zeit und der Weg für die Bremsung wären erheblich kürzer gewesen als jetzt.

Nun wird vom Bürger, der für den Schlamassel ja verantwortlich ist, noch mehr Disziplin gefordert. Jede weitere Person am Heiligabend mehr kann die Rettung der Welt verhindern! Aber   Schulen und Kitas dürfen fast genauso weitermachen. Rund 10.000 Kitas haben wir in NRW, rund 750 mussten im November ganz schließen, ca. 1100 teilweise. Das ist etwa ein Fünftel. Also rund 5 %, wie man uns bisher erzählte. Naja, vielleicht fällt der Schwindel ja nicht auf. Es passt nun besser in die Ideologie, dass Kitas und Schulen nicht am Infektionsgeschehen beteiligt sind. Damit unser Pflegepersonal entlastet wird, betreiben wir die weiter, so die Aussage eines Ministers. Über Schulen sind leider keine belastbaren Zahlen verfügbar, da fragt man sich doch, weshalb?

Auch wenn Covid 19 noch lange nicht so viel Tote verursacht hat, wie MRSA-Keime in Krankenhäusern jährlich (!) bewirken, können wir jetzt nicht einfach zugucken. Das würde dann eine Großstadt in einem Jahr entvölkern. Allerdings sterben auch eine Millionen Bundesbürger im ohne SARS-Cov2 jährlich.

Solange allerdings nicht die Schul- und Kita-Kontakte reduziert werden, werden wir in sechs Wochen das gleiche Problem wie jetzt haben. Dann können unsere Volksvertreter immer noch erzählen, dass wir uns zu Weihnachten und Silvester ungehörig benommen haben. Um es drastisch auszudrücken: Ich fühle mich verarscht!  Kompetenz und Sinnhaftigkeit des Handelns sind kaum feststellbar. Potentielle Kanzlerkandidaten aber versuchen sich durch rhetorische Ergüsse zu profilieren, jeder muss dabei die Forderungen der anderen noch übertreffen.

Eine Abstimmung von bundesweit einheitlichen Maßnahmen, die durch klare Kriterien ausgelöst werden: Fehlanzeige! An Ladenschließungen, lassen wir einmal offen, ob die überhaupt sinnvoll sind, traut sich niemand ran. Erst wenn die anderen mitziehen! Bürger könnten eventuell in andere Bundesländer ausweichen. Das ist lächerlich. Da soll bundeseinheitliches Handeln her. Ja, wenn es in München regnet, sollen auch die Hamburger bitte ein Schirm aufspannen.

In der Sprache der Schule: ein klares "mangelhaft" !