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Ziel des letzten Eintrags ist, die Problematik der Schnelltests zu erklären. Von Sensitivität, Spezifität und Prävalenz war nicht die Rede, die Argumentation sollte verständlich bleiben und nicht mit Fachbegriffen erschlagen.

Der Text sollte einfach nachvollziehbar sein. Stimmen aber die Annahmen über Schnelltests? Bei den Freunden unseres hervorragenden Gesundheitsministers kann jeder nachlesen:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Infografik_Antigentest_PDF.pdf?__blob=publicationFile

Die Aussage des Artikels hier in Kürze: „Grämen Sie Sich nicht über einen positiven Test, Sie sind dann nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 2% infiziert“. D.h. dass von 100 Personen mit positivem Testergebnis 98 gar nicht infiziert sind. Das ist doch eine gute Nachricht! Dabei wird man beim RKI die Spezifität (Rate, mit der Gesunde auch als gesund erkannt werden) schon so angenommen haben, dass sie im Sinne des Instituts ist. Auch wenn ich mit dem Wert  95% gerechnet habe, das RKI aber 98% ansetzt, ändert das nichts an der grundsätzlichen Problematik.

Firmen nennen für Ihre Tests vielfach noch höhere Zahlen, manche bezeichnen sie als fehlerfrei. Wie sie solche Wunder bewirken, sagen sie nicht.

Würde ein Gerät oder Werkzeug nur in 2% aller Anwendungen funktionieren, wir würden uns wohl schnell davon trennen.

Blieben dann noch die normalen PCR-Tests. Die werden aus den gleichen Gründen auch oft angezweifelt. Die Labore bestätigen sich dagegen selbst quasi Fehlerfreiheit. Die will man (vereinfacht gesagt) erreichen, indem man bei positivem Testergebnis ein zweites Verfahren anwendet. Einige Labore geben allerdings  an, diesen zweiten Test nur auf besondere Anforderung auszuführen. Niemand möchte sich eben in die Suppe spucken lassen. Aber je lauter man die eigene Unfehlbarkeit verkündet, desto stärker sollte man wohl daran zweifeln. Solide zahlenbasierte Aussagen sind bei den PCR-Tests schwieriger, deshalb verzichte ich darauf. Bei ca. 1,3 Millionen Tests pro Woche wäre auch eine Spezifität von 99,9 % noch ein Desaster.

Auch ein negativer Test, bedeutet nicht, dass man nicht infiziert ist. Steht so im oben angeführten Artikel des RKI. Deshalb sei nicht auf die Einhaltung der berühmten Regeln zu verzichten. Ach ja, jede Messung ist nicht fehlerfrei, hat man als Naturwissenschaftler gelernt. Also auch die PCR Tests?

Bliebe zu fragen, weshalb man dann überhaupt testet und weshalb zum Beispiel ein negatives Testergebnis momentan die Voraussetzungen für den Besuch bei einer Kosmetikerin oder die Einreise aus einem Risikoland ist. Könnte man doch auch direkt so vorgehen, als ob eine Infektion vorliegt.