Die Probleme waren vorhersehbar gewesen, die Spezialisten hatten es nicht geglaubt. Langfristig war das so nicht zufriedenstellend.
Das sollte so nicht bleiben. Altes Stahlrohr im Hausnetz, Wasser ist nie sauerstofffrei, da bilden sich immer Oxide. Der pH-Wert steigt, man findet „schwarzen Schlamm“ im Wasser, gaaaaanz böse! Jedenfalls für feine Kapillaren moderner Systeme.
Also trennt man den Heizkörperteil vom wärmerzeugenden Teil. Der Wärmetauscher besteht aus zwei flachen Gefäßen geringer Höhe, die eng aufeinander liegen. Durch das eine Gefäß fließt das Wasser des Wärmeerzeugers, durch da andere das Heizungswasser, das so erwärmt wird. In der Praxis sind das nicht nur 2 Gefäße, sondern man nimmt z.B. 20, die wechselweise aufeinander liegen. So baut man kleine aber effektive Wärmetauscher. So ein Ding musste also in den Rohrstrang zwischen Wärmeerzeuger und abgehenden Rohrleitungen.
Ganz so einfach ist das leider nicht, denn der Heizungskreislauf braucht noch eine eigene Umwälzpumpe. Damit die überleben kann, bedarf es noch eines Schlamm- und Magnetabscheiders, ferner einer Füllarmatur mit den zugehörigen Sicherheitseinrichtungen. Ein Membranausgleichsgefäß mit Kappenventil kommt auch noch hinzu. Das benötigt dann etwas mehr Platz als vorher und wenn man Pech hat liegen die abgehenden Rohre „falsch herum“. In unserem Fall war das so, der Vorlauf im alten System liegt links, im neuen rechts. Sollte man theoretisch tauschen können, geht aber praktisch nicht. Da die Rohre auch einer Isolierung bedürfen, musss man auch noch einige Abstände halten. In unsrem Fall musste auch der Pufferspeicher noch anders angebunden werden. War vorher noch ein Parallelspeicher mit Stichleitungsanschluss sinnvoll, kam nach dem Umbau nur noch eine serielle Anbindung im Rücklauf in Frage.
Damit das noch einen weiteren Reiz hat: Im System sind etwa 900 l teuer aufbereitetes Heizungswasser, das mehrere Hundert Euro gekostet hat!. Die will man beim Umbau nicht in den Ausguss verlieren…

Vor dem Heizungskreislauf waren schon seit dem Hausbau Ventile montiert, die nie ausgebaut worden waren. Anderseits waren am Ausgang der im Vorjahr montierten Pumpenbaugruppe auch schon Kugelhähne vorhanden. Der zu erneuernde Zwischenteil konnte also sauber abgeschiebert werden, der Wasserverlust dabei ist minimal. Genau in das Zwischenstück musste die neue Technik eingebaut werden.


Spannender war der Umbau des Speichers. Der Wärmepumpenteil lässt sich abschiebern, aber es ist ein weiteres Membranausdehnungsgefäß in der restlichen Wärmeerzeugung mit dem Gaskessel verbaut. Der Druck wurde abgelassen, das Wasser aufgefangen aber dann doch nicht wiederverwertet. An zwei Stellen musste ein Cu-Rohr getrennt werden, das geshah zügig und sofort wurde eine Kappe aufgesetzt und verpresst. Das gelang auch beim zweiten Rohr. Dann war noch eine Verbindung herzustellen, dazu wurde ein Wellrohr verwendet, um nicht Zeit für Anpassungen zu benötigen. Es mögen vielleicht 2-3 l Wasser verloren gegangen sein, das ist zu verschmerzen.

Die vormontierte Baugruppe mit dem Wärmetauscher und den übrigen Teilen wurden eingebaut, es konnte kein fertiger Überspringbogen verwendet werden, hier wurde von Hand gefügt: Kunst am Bau!

Die MAGs waren vorher an freier Stelle montiert worden, aus einem großen Gefäß wurden zwei kleine Gefäße. Die Füllstation musste umziehen, es bleibt aber bei einem Exemplar. Die Auswahl von Heizungskreis oder Wäremeerzeugungskreis erfolgt durch Umstecken wie früher mit einem Schlauch. Ist verboten…. Nein, der Schlauch ist fest an der zugelassenen Füllarmatur und dann kommt noch die Enthärtungspatrone. Jeder Kreislauf kann mit dem heiligen Wasser nach VDI 2035 versorgt werden, damit sich alle Teilen der Anlage wohl fühlen! Mit dieser Technik konnten auch die rund 20 l fehlenden Wassers in der hervorragenden Qualität ergänzt werden. Dank eigener Labortechnik konnte ich das jetzt sogar selbst prüfen!
Bei der Gelegenheit wurde auch eine größere Zahl an Messfühlern, überwiegend Thermometer, installiert und zwei kleine Steuerrechner eingebaut, sodass die Betriebswerte der Anlage nun per Tablet oder Mobiltelefon abgefragt werden können. Die sorgen auch dafür, dass die zusätzlichen Pumpen von Wärmepumpe und Gasheizung sinnvoll angesteuert werden. Weiter bewirken die, dass der Bivalenzbetrieb mittels Gasheizung erfolgen kann. Dabei wuden keinerlei verbotene Eingriffe in die Heizungssysteme vorgenommen. Zu Einflussnahme reicht es schon, dem Außenfühler der Gastherme eine "falsche" Temperatur vorzugaukeln. Die meint dann, dass sie heizen muss, oder eben auch nicht.
Alle Systeme sind aber auch ohne diese Rechner betrriebsfähig. EDV heißt nämlich manchmal nämlich auch: Einem Deppen vertrauen! Das ist aber noch ein offenes Projekt, hier ist noch Raum für Ergänzungen.