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Wir sind angesteckt worden. Überall im Umfeld werden Luftwärmepumpen eingebaut. Herr Habeck hat auch schon angedroht, die Mehrwertsteuer auf Gas wieder auf den alten Wert zurückzuführen, den CO2 Preis zu erhöhen und die Unterstützung der Verbraucher einzustellen, damit er die Industrie subventionieren kann. Hauptsache, deren Strompreise überschreiten nicht 10 % dessen, was Otto Normalverbraucher dafür bezahlen muss. Oh Verzeihung, da habe ich die Umsatzsteuer glatt vergessen. Aber die spielt für die gewerblichen Kunden sowieso keine Rolle, da sie vom Vorsteuerabzug profitieren.
Aus Interesse habe ich einmal eine Heizlastberechnung für unser Wohnhaus gemacht. Jeder, der den Physikunterricht der neunten Klasse erfolgreich ertragen hat, sollte das mit ein wenig Anleitung können. Sollte... Die ersten Ergebnisse lagen ganz erheblich neben unseren Verbrauchswerten. Eine Prüfung zeigte, dass die Wärmedurchgangswerte für unsere Fenster erheblich zu hoch angesetzt worden waren. Auch neue Fenster sollen also verkauft werden. Mit einigen Korrekturen kamen wir dann auf einer Heizlast, die unseren tatsächlichen Verbrauch nahekommt. Jedes Ergebnis, dass deutlich davon abweicht, halte ich für unbrauchbar. Mag da wirklich noch ein wenig Luft sein durch einige Optimierungen, Wunder sind da nicht zu erwarten. Wer glaubt, ohne weitere Maßnahmen den Energieverbrauch halbieren oder dritteln zu können, ist ein Fantast!
Unsere Therme hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel, ist aber dank Wartung in einem guten Zustand. Dennoch habe ich mir mal ein Angebot für eine Wärmepumpe beschafft und habe damit einen Förderantrag gestellt. Erstaunlich fix erhielt ich einen Förderbescheid, bei dem rund 25 % der Summe als Förderung zugesagt wurden.
Wir beschlossen, das Ding zu machen und auch selbst dabei anzupacken. Nach einem Gespräch mit unserem Haus- und Hofinstallateur / Elektriker erschien ziemlich schnell ein Vertreter, der uns bezüglich der Wärmepumpe "beraten" wollte. Diese Leute wissen, was gut für den Kunden und vor allen Dingen ihren Verdienst ist. Verkauft wird das, was kurzfristig vorhanden ist. Nun, das angebotene Gerät scheint für uns geeignet zu sein, ist aber bei weitem nicht in der Lage die berechnete Heizlast aufzubringen. Naja für den Zweck gibt es heute die Elektrozusatzheizung, dank des sowieso erforderlichen Wärmepuffers ist das die Wiederbelebung der guten alten Speicherheizung. Zur Erinnerung: Das sind die Geräte, die wir vor spätestens 20 Jahren verschrottet haben, weil Strom doch eigentlich viel zu schade und auch teuer zum Verheizen war. Da es grundsätzlich möglich ist, wird bei uns die alte Gasheizung zunächst einmal nicht ausgebaut, schließlich darf ein Teil der Heizenergie auch aus böser Energie bestehen.
Installateur bei Petrus:
"Das kann nicht stimmen, dass du erst 56 Jahre alt bist", sagt Petrus zu einem Installateur, der gerade im Himmel eingetroffen ist. "Nach den von dir in Rechnung gestellten Arbeitsstunden musst du mindestens 143 Jahre als sein!"

Im Sommer 2023 rückte ein bestelltes Unternehmen an, unseren Garten aufzugraben. Erforderlich waren 16 m Leitung zwischen Wärmepumpe und Heizungskeller. Die Leute haben sehr zügig und sauber gearbeitet, nach gut 12 Stunden mit zwei Personen sah unser Garten fast wieder so aus wie vorher. Dabei gab es etliche Problemstellen, so musste auch eine gegossene Treppe unterquert werden. Im Heizungskeller endeten etliche Kabel und Rohre noch in ziemlich wilder Form.

Missverständnisse
Kommt ein Kunde zum Installateur: Ich brauche ein Rohr 1/2 Zoll. Der Meister fragt: Wie lang? Darauf meint der Kunde erstaunt: Ich habe gar nicht gewusst, dass man die Rohre auch mieten kann!
Nach einem Ausbau der Kellertür ließ sich auch der Pufferspeicher mit gut 750 l Fassungsvermögen in den Keller befördern. Dazu musste er aber sein Mäntelchen ausziehen. Es folgt das blanke Entsetzen ob dessen Maße!

Ein wenig später traf auch eine Palette mit der Wärmepumpe und einigen andern Zubehörteilen ein.
Treffen sich zwei Installateure: "Gestern habe ich 60 Meter Rohr verlegt!", sagt der eine. Darauf der andere: "Ach, die finden wir schon wieder!
Beim Auspacken stellte sich heraus, dass die Wärmepumpe wohl eine heftige Kollision mit einem Gabelstapler gehabt haben muss. Sie war an zwei Stellen deutlich beeindrückt. Weder die liefernde Spedition noch das liefernde Unternehmen fühlten sich zuständig und es folgte eine Wartephase. Dennoch wurde die Konsole an der Wand befestigt und die Wärmepumpe draufgestellt, der Schaden sollte reparabel sein. Nach einigen Irrungen wurde zugesichert, die beschädigten Blechteile zu ersetzen.

Treffen sich zwei Installateure. Der eine fragt den anderen: Wie geht es deinem Colesterinspiegel? Sagt der andere: Ich weiß nicht - ich baue nur Alibert ein.
Weiter ging es dann mit dem Abbruch im Heizungskeller. Dort waren Waschmaschine und Trockner und ein Ausguss in einer längeren Reihe mit Unterschränken eingebaut. Das Ganze musste zuerst weg.

Es blieb ein "Rohrchaos". Die Heizung sollte betriebsfähig sein, den im Herbst kann es auch schnell recht kühl werden. Auch die alten Wasserrohre blieben zunächst erhalten, die neuen konnten noch nicht monttiert werden
Die Pumpenbaugruppe und die hydraulische Einheit konnten aufgehängt werden. Dazu kamen einige elektrische Schaltanlagen und Kabelkanäle.

Ein Installateur repariert im Krankenhaus eine defekte Wasserleitung. Plötzlich kommt der Chefarzt vorbei und sagt: "Na, wieder mal Pfusch gemacht?" Darauf der Installateur: "Ja, aber ich repariere meinen Pfusch wenigstens, Sie decken Ihren mit Erde zu!"
Erforderlich war es auch einige Leitungen zur Unterverteilung zu verlegen und einen Netzwerkanschluss für die hydraulische Einheit zu schaffen. Ja, unsere Wärmepumpe kann im Internet surfen... Auch die Unterverteilung musste um einige Baugruppen ergänzt werden. Das gestaltete sich alles sehr interessant, da reichlich Inventar im Weg stand und die Kabelwege reichlich voll waren.

Die elektrische Anlage im Heizungskeller wurde verdrahtet, die Steckdosen für Waschmaschine und Trockner umgelegt. Nein, die wurden nicht gekillt.

Dann konnte im nächsten Schritt die Wasserverrohrung abgerissen und an die neuen Bedürfnisse angepasst neu montiert werden. Das schaffte erst einmal Platz.

So weit wie möglich wurde dann die Verrohung des neuen Heizungsteils vorgenommen, soweit das unter Erhalt der alten Heizungsrohre möglich war. Verwendet wurde wieder Kupferrohr, um zu viele Materialwechsel und mögliche Korrosionsprobleme zu vermeiden. Allein die benötigten knapp 15m Kupferrohr haben ein Materialwert von über 300 €. Nein, die sind nicht vergoldet. Hinzu kam jede Menge Aufwand für Übergänge, Fittings und Verschraubungen. Es wurde noch nicht verpresst, um eine spätere Korrektur nach Abbau einiger alten Rohre möglich zu lassen.

Eine größere Menge Kleinmaterial wurde verbaut. Das Kellerfenster wurde noch getauscht. Die erste Dose Montageschaum war defekt, die zweite schäumte erst gar nicht, aber dann... Da half nur noch Warten und mechanische Entfernung des Überschuss.
Dann sollten einige alte Stahlrohre weichen, sie leisteten aber erheblichen Widerstand. Allerdings konnten sie sich dann einigen gewichtigen Argumenten nicht widersetzen und räumten in Stücken ihren alten Einsatzort. Dabei stellte sich heraus, dass ein Rohr wirklich völlig durchgerostet war, es hätte sicherlich noch im folgenden Winter für nasse Füße gesorgt.

Das Bastelspiel an dem dreidimensionalen Puzzle wurde fortgesetzt und auch die letzten Verbindungen noch zugeschnitten und montiert. Dann wurde alles miteinander verbunden und bald konnte der Pressebericht herausgegeben werden: Alles verpresst! Alles? Nein, wie in Gallien, in dem auch nicht alle Gebiete erobert waren, aber fast alle. Eine Verbindung wurde vergessen, die uns beim Füllen einen netten kleinen Springquell im Heizungskeller bescherte.
Hurra, die alte Heizung war wieder dicht und betriebsfähig, was auch gut war, denn der Sommer hatte doch recht plötzlich Abschied genommen. Gut das nachträglich noch zwei Ventile eingeplant und eingebaut worden waren, die den neuen Teil abschiebern konnten.
Böse Überraschung: Aus der alten Therme tropfte reichlich Wasser. Aber Entwarnung, es war ein ziemlich verstopfter Abfluss: Die Waschmaschine war wieder in Betrieb genommen, deren Pumpe drückte das Abwasser zurück iin den Syphon der Therme.
Nach ein paar weiteren Tagen kam dann der Ersatz für die verbeulten Blechteile. Der Chef selbst hat sie eingebaut und die Wärmepumpe danach direkt elektrisch und hydraulisch angeschlossen.
Die Heizungsanlage war schon im Vorfeld mehrfach geleert und gespült worden, einige Ventile mussten dabei ausgewechselt werden, da sie für den hydraulischen Abgleich ungeeignet waren.
Heizungsanlagen müssen heute mit besonderem Wasser gefüllt werden. Es muss demineralisiert sein, damit die Einsparungen bei den verwendeten Materiealien in Wärmepumpe und Co. nicht zu einer Korrosion führt. Das verkauft man dem Kunden dann noch als Fortschritt. Wahrscheinlich muss das Wasser bald auch noch gesegnet oder eingefärbt werden. Beim Befüllen wird eine besondere "Filterpatrone" im Wasserzulauf angeschlossen, die das Wasser behandelt. Das Wasser muss allerdings mit kleiner Geschwindigkeit fließen, damit dieser Vorgang funktioniert. So dauerte das Befüllen des alten Heizungsteils schon ein ganzes Weilchen. Dann war der neue Teil dran: Aber da ist der Pufferspeicher, der gefüllt werden will. Das dauert... Bei knapp 3 l/min erfordert das schon einige Stunden Geduld. Auch das war irgendwann geschafft.

Das System muss dann auch noch entlüftet werden. Sowohl am alten wie neuen Heizungssystem sind automatische Entlüfter angebaut. Theoretisch sollen die vorbeikommende Luft nach draußen entlassen und danach schließen. Im Radiatorkreis funktioniert das nur suboptimal, die meiste Luft landete in den Heizkörpern, aus denen man sie per Hand wieder entlassen musste. Dabei sinkt natürlich der Systemdruck wieder, also muss wieder nachgefüllt werden. Um das ein wenig zu vereinfachen wurde die Filterpatrone über einen Druckbegrenzung auf 1,5 bar angeschlossen und während des Entlüftens am Wassernetz angeschlossen. Ja ja, das geschah natürlich über die vorgeschriebene Trennungeinheit, die jeden Rückfluss verhindert. Etwas besser klappte das im neuen System. Hier brachte die Umwälzpumpe das Wasser hinreichend in Bewegung, sodass über die Entlüftung an der Wärmepumpe und an der hydraulischen Einheit die meiste Luft nach außen entwich.
Da es keine nassen Überraschung mehr gegeben hatte, konnte die Rohrisolierung montiert werden. Wobei nicht nur Rohre isoliert werden, auch die meisten Baugruppen wie Pumpen, Hydraulikstation usw. die Dämmung wird dabei so gut, dass man fast schon einen Heizkörper im Heizungskeller montieren muss...
Die Ventile zwischen beiden Heizungssystem konnten geöffnet werden, die Hochzeit beider Systeme war erfolgt. Der spannende Moment: Einschalten der Leitungsschutzschalter. Das Ergebnis: Nix! An einem Anschluss des Energiezählers der Wärmepumpe war der Leiter für die Steuerspannung nicht richtig verschraubt, ohne die tut sich da gar nichts. Nach der Nacharbeit meldete sich die hydraulische Einheit zu Wort und verlangte die Grundprogrammierung. Die Verbindungen zur Wärmepumpe waren dabei noch nicht gesteckt. Deren Inbetriebnahme muss vom heiligen Gral des Werkskundendienst erledigt werden. Ein dumme Monteur darf das nicht, nicht einmal der Meister. Dann gibt es nämlich keine Garantie.
(Des Dramas zweiter Teil erreicht man rechts oben im Menü "Details" )
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Viele Menschen haben einen hohen Blutdruck. Der nimmt mit dem Alter gerne zu, das ist besonders auf die Dauer ziemlich ungesund. Das Risiko für einen Schlaganfall, Herzinfarkt und andere wirklich sehr unangenehme Erkrankungen steigt erheblich.
Wenn wir ab und zu eine TÜV-Untersuchung beim Arzt machen lassen, fällt das auf. Dann werden wir meistens dazu verdonnert, abzunehmen und regelmäßig den Blutdruck zu messen. Meistens gewinnt die Pharmaindustrie dann einen guten Kunden mehr, wenn wir zukünftig die verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen. Das sollte man tun.
Die heimische Blutdruckmessung ist heute kein Problem mehr, es gibt automatische Geräte für das Handgelenk und den Oberarm. Letztere sind unbequemer aber zuverlässiger. Damit messe ich sporadisch während des ganzen Jahres und zweimal täglich für zwei Wochen vor der jährlichen Inspektion beim Medizinmann.
Als ich nun das Gerät zur Messung hervorholte, hatte sich ein Problem gelöst. Nein nicht wirklich, vielmehr war eins entstanden. Der Schlauch, mit dem die Armmanschette mit dem eigentlichen Messgerät verbunden ist, war ab. Ein kleines Plastikröhrchen steckt mit der einen Seite im Schlauch, mit der anderen im Blutdruckmessgerät. Genau an dieser Stelle war das Röhrchen gebrochen.
Dass sich um einen namhaften Hersteller handelt, lohnt sich eine Suche nach Ersatzteilen. Fündig wurde ich mit:

Aber man bekommt auch eine ganze Manschette mit Schlauch.:

.Aber Vorsicht, die eignet sich nur für Kinder. Auch bei Leuten, die nicht ins Fitnessstudio gehen, dürfte die zu klein sein.
Die Suche nach der Ausführung für Erwachsene lieferte keinen Fund beim Hersteller mehr.

aber dafür gibt es an anderer Stelle doch:

Aber es gibt das ganze Blutdruckmessgerät noch, wenn auch wohl in einer leicht veränderten Form, das Display hat eine Funktion mehr.

Hoffentlich merkt man, dass dieses Angebot unverschämte Abzocke ist, wenn das Gerät mit Versandkosten letztlich fast 44 € kosten soll. Wahrscheinlich bringt das der Oberbürgermeister oder sonst ein Prominenter persönlich.
Aber auch mit ca. 31 € wird man fündig.

Nun besteht die Möglichkeit, für 19 € (zuzüglich Versand) zwei Steckerchen zu kaufen, von denen ich nur einen brauche. Dann kann ich für rund 20 € die Kindermanschette kaufen, ca 28 Euro für die angeblich lieferbare mittelgroße Ausführung, oder günstig für rund 31 € ein ganzes Blutdruckmessgerät.
Und dabei habe ich mir noch nicht einmal die Mühe gegeben gründlich nach dem besten Preis zu suchen.
Seit einiger Zeit versucht die EU ein Recht auf Reparatur durchzusetzen. Sagt sie zumindest, das Ergebnis sehen wir nicht nur hier. Erfinderisch ist diesbezüglich besonders die Autoindustrie, ein Beitrag dazu findet sich in dieser Rubrik unter dem Titel "Atemnot". Auch andere Kfz Hersteller sind da nicht kleinlich. Für ein Türschloss eines bayerischen Autos werden locker 750 € aufgerufen. Natürlich für das ganze Schloss, denn Ersatzteile gibt es nicht.
Richtig verAppled wird man, wenn man selbst versucht, den Akku in einem Telefon des besagten Herstellers zu wechseln. Dabei entstehen zwangsläufig Kosten, die höher sind als die einer Reparatur beim Hersteller. Wenn der die denn überhaupt noch ausführt.
Im Fall des Blutdruckmessgerätes wäre es nahe liegend, ein Ersatzteil mit dem 3D Drucker herzustellen. Das sollte klappen, aber das Steckerchen hat einen kleinen Konus an der Geräteseite. Den wird man niemals so ausmessen können, dass das Ergebnis wirklich dicht passt. Ich habe versucht das Problem zu lösen (wirklich!) Mit einem Klebstoff, der den Kunststoff auflöst. So werden die Teile miteinander verschweißt. Habe schon gute Erfahrungen damit gemacht, wie das hier aussieht wird sich zeigen. Bei der mechanisch stark belasteten Verbindung habe ich aber Zweifel.
Habe deshalb auch ein Blutdruckmessgerät eines anderen namhaften Herstellers bestellt. Vorher habe ich aber einen Blick auf die Liste der verfügbaren Ersatzteile und deren Preis geworfen. Wie der allerdings aussieht, falls sich in einigen Jahren doch mal etwas brauche,, steht auf einem anderen Blatt.
Jedenfalls hat dr Hersteller des letzten Blutdruckmessgerätes bei mir ausgesch... . Er verhöhnt mit der Preisgestaltung für Erstzteile seine Kunden. Leider ist das kein Einzelfall. Mein Vorschlag: Ich lifere 2 Anschlussröhrchen, zahle den Differenzbetrag zwei Blutdruckmessgeräte. Alternativ erhalte ich für ca. 3€ beim Abliefern einer Manschette ein Blutdruckmessgerät komplett. Da könnte man ein Geschäftsmodell draus machen!
Nachtrag: Inzwischen habe ich auch einen 3D-Drucker. Nach einigem Üben kann ich solche Teile nun in 20 Minuten herstellen. Mit der Abschreibung des Druckers und dem Material kostet das maximal 1 €.
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Wir fahren auch ein Auto vom Typ „Drei Könige“, jedenfalls fährt immer ein Stern voraus. Das wurde im Sommer 23 plötzlich launisch, nach kurzer Fahrt glaubte man, Känguru-Diesel getankt zu haben. Es ruckelte und hoppelte, außerdem schienen etwa 200 seiner Pferdchen in Streik getreten zu sein. Das verschwand zwar nach einigen Minuten, aber das gelbe Lämpchen im Display war kein Dauerzustand. Ein Werkstattbesuch stand an.
Der Chef der Motoren befragte einen Messcomputer und diagnostizierte einen Defekt des rechten Luftmassenmessers. Nach einem Blick in eine lange Liste runzelte er die Stirn und versuchte und schonend klarzumachen, dass das uns ca. 1000 € kosten würde. Das Bewusstsein haben wir schon nach 30 Minuten wiedererlangt...
Eigentlich sind sogar zwei Luftmengenmesser verbaut. Sie stellen fest, wieviel Luft der Motor momentan pro Sekunde einatmet. In Abhängigkeit davon wird ihm sein Futter, Verzeihung: der Diesel, zugemessen. Fällt das Messergebnis falsch aus, erhält er erheblich zu viel oder zu wenig Kraftstoff, worauf er meistens mit einer ziemlichen Verstimmung und Rückfall in den Notlaufbetrieb reagiert.

Der defekte Luftmengenmesser.
Was erhält man nun für so viel Geld? Ganz einfach: ein bisschen Plastik, einige Dichtungen, zwei Luftmassenmesssmodule. Halt: eine Schlauchschelle habe ich vergessen. Das ganze bildet eine Baugruppe, die nach aufgrund des Aussehens auch „Geweih“ genannt wird. Nein, das Teil wird nicht einzeln von einem Juwelier angefertigt, das ist Massenware. Die eigentliche Luftmassenmessung erfolgt mit einem kleinen Chip, verbunden mit einwenig Mikroelektronik Der Chip wird beheizt und Im Prinzip stellt er fest, wie stark die vorbeiströmenden Luft ihn abkühlt. Herstellungskosten der ganzen Baugruppe wahrscheinlich knapp 5 €, o.k. hier will noch jemand was verdienen, sagen wir 50 €, 150 mit dem Plastikgehäuse. Dieser Luftmassenmesser ist noch nicht einmal von den Leutem vom Stern hergestellt. Es wurde für die Autobauer von B**** montiert. (Der Name klingt so wie das Wort, mit dem Franzosen manchmal früher herablassend Deutsche bezeichnet haben.)
Einbauort des Sensors, Anschluss

Die Einzelteile, hier verbunden
Ist da noch die Frage, warum man denn das ganze Geweih tauschen muss, wenn nur ein Luftmassenmesser defekt ist. Die Hersteller der Ersatzteile behaupten das jedenfalls. Die Luftmassenmesser sind in den beiden „Ohren“ am Ende des Geweihs eingebaut. Eines Nachbar ist Meister bei den Sternianern und sagte mir, dass man die „Ohren“ abhebeln kann. Mangels Übung habe ich etwa 3 Minuten dafür gebraucht. Wenn man dem abgelösten Ohr etwas näher auf die Pelle rückt, sieht man oben die Steckverbindung des elektrischen Anschlusses für diese Seite. Diese Steckverbindung ist ein Ende eines Gehäuses, am anderen Ende des Gehäuses ist der Sensor, der in den Ansaugluftstrom ragt. Dieses Teil ist nur wenige cm groß und steckt wie ein Korken im jeweiligen „Ohr“. Könnte man das herausclipsen oder abschrauben, müsste man nur dieses ca. 5 cm großes Modul ersetzen. Dieses Teil ist wahrscheinlich genauso in ganz vielen anderen Luftmassenmessern verbaut, die sich ansonsten nur durch die "Verpackung" (Gehäuse) unterscheiden. Diese Verpackung hängt nur von der mechanischen Konstruktion des jeweiligen Motors ab. Es wäre doch viel einfacher, nur den defekten Sensor zu tauschen, es müssten viel weniger Teile bereitgehalten werden. Allerdings würde der Hersteller weniger verdienen.

Sensormodul, Herstellerkennzeichnungen
Die beiden Öhrchen tragen selbst wieder eine Teilenummer 0281002955 des Herstellers B**** und eine zweite Nummer A6620900048 von den Leuten mit Stern. Sie sind offenbar als einzelner Luftmassenmesser in anderen kleineren Motren verbaut. Auch bei der Suche nach diesen beiden Nummern wird man im Netz schnell fündig.
Autoersatzteile werden von ganz vielen Firmen verkauft. Einmal von den, die sie für den Hersteller fertigen, aber auch von ganz vielen anderen Unternehmen, die von Autoersatzteilen leben. Nun steht auf der Gesamtbaugruppe die Ersatzteilnummer A6420901642. Damit findet man auch sofort mehrere Angebote für das ganze Geweih, auch viel günstiger. Na gut, der Inhaber der Werkstatt möchte nicht lange im Internet suchen, er wendet sich direkt an einen Lieferanten, der möglichst viele der von ihm benötigten Teile schnell und zuverlässig besorgt. Außerdem gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede, auch Fakes aus dem Osten werden angeboten. Akzeptieren wir die Wahl des Lieferanten durch den Werkstattchef.

Eigentlicher Sensor ohne Gehäuse (Quelle: Wikipedia)
Gar kein Verständnis habe ich aber dafür, dass hier der Anschein erweckt wird, man müsse das ganze Geweihl auswechseln. Wie schon erklärt, das stimmt nicht. Hier werden sinnlos Resourcen verschwendet. Dem Lieferanten sollte man deshalb mal ordentlich auf die Füße treten, wenn er unnöige Teile des Profits wegen verkauft. Und der wird garantiert auch einzelne Luftmassenmesser mit der eingeprägten Teilenummer im Programm haben, da sie ja offenbar auch einzeln verbaut werden. Der dumme Kunde wird abgezockt. er merkt ja meistens sowieso nicht, wie er hier über den Tisch gezogen wird. Falls man wirklich beim Auseinanderbau das verbindende Element zerstören sollte, auch darauf steht jeweils eine Ersatzteilnummer. Zusammensetzen kann man die Einzelteile, indem man die Einzelteile kräftig zusammendrückt. Die rasten dann ein. Das schafft jede Werkstatt.
Das reicht insgesamt für die saure Zitrone in Platin!
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Sie haben Interesse an Solarenergie? Oh, macht aber nichts, das werden wir Ihnen schon austreiben!
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Der Arduino und ein Staubsauger.
Es war einmal ein Staubsauger, gebaut von einem Hersteller dessen Waschmaschinen einen guten Ruf haben und als unkaputtbar gelten. Noch im Kindesalter von nicht ganz zehn Jahren zeigte der Sauger sich störrisch. Die Drehzahl seiner Turbine schwankte ganz nach momentaner Stimmung, seinen Unmut machte er ziemlich lautstark zum Ausdruck. Sowas ist normalerweise ein Fall für den Wertstoffhof, aber weshalb schimpft man sich schon „Maker“ obwohl man das auch mit “Macker verwechseln könnte .
Der Hersteller hatte seinen Teil dazu getan, dass es gar nicht zu leicht war, ihm an das Fell, nein besser Gehäuse, zu gehen. Irgendwann war die letzte getarnte Schraube entdeckt und das Innenleben lag offen. Turbine und Motor ließen sich leicht entnehmen und sogar zerlegen. Oft führt schon der Versuch zum völligen Ableben des Gerätes, weil sich dünne gepresste Bleche sich dabei bleibend verformen.
Die Kohlebürsten konnten sehr schnell als Ursache ausgeschlossen werden, die waren keineswegs abgelaufen. Der Kollektor (Kommutator) sah aber übel aus. Hier waren deutliche Einlaufspuren vorhanden, offensichtlich hatte der Teppichschlürf eine Menge an seinem Filter vorbei eingeatmet. Sorgfältig eingespannt ließen sich die gröbsten Schleifspuren beseitigen. Die Geräuschentwicklung war erheblich reduziert, aber war immer noch so eigenwillig, die Drehzahl ganz nach seiner Laune zu gestalten. Der Motorregler sitzt bei diesem Typ hinten mit einer Schraube auf dem Motorkörper. Der erwies sich als Fehlerursache, denn an einem Stelltrafo schnurrte der Motor ganz friedlich.

Ein Chip, ein Triac und ein Thermo-Schalter und ein bisschen Kleinelektrik residierten auf der Platine. Aus der Chipbezeichnung ließ sich auf einen Mikrocontroller schließen! Die oberflächige Betrachtung der Schaltung zeigte, dass drei parallel geschaltete Ports den Triac direkt ansteuerten. Das Drehzahlpotentiometer erwies sich als Spannungsteiler, der auf einen der Ports führte. Die Zahl der Teile und die enorme Komplexität würden bei einem chinesischen Hersteller wohl zu einem Preis von drei Euro führen, maximal! Nicht jedoch bei unserem Waschmaschinenhersteller, hier werden gut 140 € für dieses Modul abgerufen Auch Ersatzteilhändlerfordern ähnliche Beträge auf für ein Bauteil, das offensichtlich sehr gefragt ist. Am Motor montiert muss die Platine reichlich Vibrationen ertragen, Bauteile lockern sich. So auch in meinem Fall, dabei hatte der Chip wohl einen Schaden bekommen. K1 des Triacs hatte wohl nur noch eine schlechte Lötverbindung und ein Teil des Motorstroms hatte wohl versucht, über das Gate und den Prozessor abzufließen. Gar nicht gut.
Das sieht dann ganz deutlich nach Wertstoffhof aus. Dahin mussten wir sowieso, denn auch unsere Waschmaschine des gleichen Herstellers hatte nach nur etwa 15 Jahren ihren Geist aufgegeben. Mehrere Zentimeter Lagerspiel sind nicht wirtschaftlich zu beheben. So wurden eine neue Waschmaschine und ein neuer Staubsauger geordert.
Trotzdem war das ärgerlich, wegen solchen kleinen Teils den Sauger verschrotten zu müssen. Eine eigene Schaltung wurde schnell entworfen, mit etwas Mühe gelang es alle Teile auf die Platine zu bekommen, wobei manche Bauteile eine bestimmte Position erforderten. Ein Arduino Nano liefert an Bord auch gleich die Programmierschnittstelle mit, ansonsten ein paar Sicherheitsmaßnahmen, ein Kondensator-Netzteil, direkter Luxus im Vergleich zu minimalistischen Original-Aufbau.

Die Platine wurde bestückt, ein Progrämmchen dazu geschrieben. In einer Interruptroutine wird der Nulldurchgang der Netzspannung festgestellt und in Abhängigkeit von der Einstellung des Drehzahlpotentiometers eine Verzögerung des Triggerimpulses erzeugt. Das Ganze kombiniert mit einem Verbiegen der Spannungskurve und einem Sanftanlauf, und siehe, es geht doch! Ach ja, alle Operationen im Kreislauf zwischen Programmieren, Testen, Optimieren wurden mit einem Trenntrafo ausgeführt. Viel zu schnell vergisst man einmal den Stecker zu ziehen, ehe man den USB Anschluss mit dem Rechner verbindet.

So steht er erst mal in Reserve bereit!
Warum reiten Hexen einen Besen?
Staubsauger haben nur eine begrenzte Reichweite.
