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Amateurfunk über Satelliten

Satelliten kann man so platzieren, dass sie von der Erde aus gesehen scheinbar an einem Punkt über dem Äquator fest stehen. So wird es möglich, dass wir darüber Fernsehempfang haben, ohne dass wir die Satellitenschüsseln ständig neu ausrichten müssen. Ohne auf die Theorie einzugehen: Eine Umlaufbahn von ca. 36.000 km über dem Äquator ist dafür erforderlich.

Weshalb macht man das?

Die normalen Fernsehsatelliten sind so gebaut, dass sie mit ihren Antennen nur immer einen sehr kleinen Teil der Erdoberfläche „ausleuchten“. So verhindert man, dass in Afrika ein Programm empfangen wird, dass z. B. für Italien gedacht ist. Wer nicht zahlt, sieht nichts. Man kann die Antennen auch so konstruieren, dass sie sogar etwas mehr als ein Drittel der Erdoberfläche mit ihren Funkwellen versorgen können. Satelliten strahlen aber nur das ab, was man ihnen vorher nach oben geschickt hat. Wenn man also den Satelliten am Himmel mit einem Funksignal anstrahlt, kann er es auf einen sehr großen Teil der Erdoberfläche zurücksenden. Damit ist z.B. eine Funkverbindung von Norwegen zum Satelliten und von dort aus nach Südafrika möglich.

Wie geht das in der Praxis?

Fernsehsatelliten senden normalerweise im Frequenzbereich zwischen 10.700 MHz und 12.750 MHz, den wir dann mit unserer“ „Schüssel“ empfangen. Mit dem LNB am „Arm“ der Schüssel auf den setzen wir es sofort auf den Frequenzbereich zwischen etwa 950 MHz bis 2150 MHz um. Die hohen Frequenzen können nicht mit vertretbarem Aufwand über ein Kabel transportiert werden. Unser Satellitenreceiver holt aus diesem Frequenzband den zu empfangenen Fernsehkanal.
Zwischen 10.000 MHz und 10500 MHz liegt das 3 cm-Amateurfunkband. strahlt ein Satellit wie QO 100 Amateurfunksignale aus, liegen die knapp unter 10.500 MHz. Deshalb kann man sie grundsätzlich mit einer normalen Satellitenanlage empfangen. Die Umsetzung im LNB funktioniert auch damit, allerdings liegen die Ausgangsfrequenzen für die Amateurfunksignale tiefer in einem für Amateure unfreundlichen Frequenzbereich bei ca. 739 Megahertz. Wie man das umgeht, sehen wir später.


Nun müssen auch Signale zum Satelliten hin. Dazu benutzt man Frequenzen vorhanden etwas mehr als 2400 MHz, die im 13 cm Amateurfunkband liegen. Die werden vom Satelliten empfangen, auf die hohe Frequenz umgesetzt und wieder abgestrahlt.
Genauer gesagt: Was der Satellit zwischen 2400 MHz und 2450 MHz empfängt, strahlt er 8089,5 MHz darüber wieder zurück. Allerdings darf der Amateurfunk nur einen kleinen Teil davon benutzen, der uns hier interessierende Bereich ist gerade 250 kHz breit.
Es gibt ein zweites breiteres von Amateuren verwendbares Frequenzband, das ebenso umgesetzt wird, das ist hier aber nicht betrachtet werden soll.