Abb. 1
Hier soll ein einfacher SDR-Transceiver für QO 100 vorgestellt werden. Das Gerätekonzept ist einfach gehalten, sodass das Projekt mit wenigen Komponenten realisierbar ist. Abb. 1 zeigt den Prototyp bei der Montage.
Die Vorgeschichte
Etwa seit Anfang 2019 steht den Funkamateuren QO 100 zur Verfügung. Weil er geostationär ist, erübrigt sich die Antennennachführung, was den Betrieb erheblich erleichtert. Schon bald gab es viele Aufbauten, um über QO 100 zu arbeiten. Für erste Versuche wurde oft ein normaler LNB für DVBS-Empfang eingesetzt, der dann allerdings leider Ausgangssignale lieferte, die weit ab von jedem Amateurfunkband liegen. Für RTL-Sticks war das kein Problem, und so hörten wir erste Signale mit sehr wenig Aufwand.
Die Frequenzstabilität normaler LNBs ist für Amateurfunkzwecke völlig unzureichend und auch die RTL-Sticks erwiesen sich nicht als frequenzstabil. In der Praxis kam man ab und zu mal am Satellitenband vorbei, befriedigend war das nicht. Der Sendezweig bei etwa 2400,25 MHz ist da schon ein bisschen anspruchsvoller, da 2019 keine 13 cm-Funkgeräte mehr mit SSB-Betrieb angeboten wurden.
Also wurden noch verfügbare Transverter eingesetzt, die allerdings dann um eine PA ergänzt werden mussten. Das 13cm-Band ist auch nicht sehr „kabelfreundlich“, die PA sollte in Antennennähe sein. Die benötigten Helix Antennen sind aber relativ leicht selbst zu bauen.
Es gab zahlreiche Rezepte, LNBs frequenzstabiler zu machen und dazu zu bringen, Ausgangssignale im 2 m Band oder 70 cm Band abzuliefern. Die Größe der Bauteile in einem LNB erfordert aber oft Arbeitsmethoden eines Uhrmachers. Das ist nicht jedermanns Sache.
Im Laufe der Zeit kam immer mehr industriell hergestelltes Equipment auf den Markt, aber leider oft exorbitant teuer. Bei selbstgebauten Anlagen mussten für den Sende- und Empfangsweg getrennte Funkgeräte einsetzen, denn die Verbindungen sind voll-duplex. Mit den Transvertern ergibt das insgesamt oft ziemlich unhandliche Installationen, die umständlich zu händeln waren. Portabelbetrieb war fast unmöglich