QO100-Betrieb heute

Inzwischen sind fast alle neu auf den Markt kommenden Amateurfunkstationen Digitalgeräte. Auch wenn die Meinungen darüber auseinander gehen, es ist heute „State oft the Art“. Die Funktionsweise eines SDR ist oft genug beschrieben worden, eine amateurfunkmäßige Einführung ist bei [1] zu fin­den.

Auch die „Maker“ unter den Funkamateuren haben die SDR-Technik entdeckt und für den Kontakt über QO 100 genutzt. Ein einfacher Ausgangspunkt ist ein kleines Plastikkästchen „Adalm Pluto“, das eigentlich für Lehr- und Ausbildungszwecke gedacht war. Mit etwas Software und einem FPGA ist hier ein kompletter Transceiver  mit dem Volumen einer größeren Zigarettenschachtel realisiert wor­den. In der Anfangszeit war der noch erfreulich günstig zu haben. Inzwischen hat sich der Preis mehr als verdreifacht, die Regeln von Angebot und Nachfrage grüßen.

Der Adalm Pluto hat auch kein Problem mit den vorkommenden Frequenzen, rund 739,75  MHz im Empfangszweig und 2400,25 MHz im Sendebetrieb schafft der ohne Mühe. Allerdings ist der Signal­pegel des TX nur etwa 0 dBm, die Signalqualität lässt auch zu wünschen übrig. Um das an die An­tenne geben zu können, sind Filter, ein Vorverstärker und eine nachgeschaltete PA für rund 10 W Output erforderlich. Der größte Makel ist allerdings die völlig unzureichende Frequenzstabilität. Bei der Konstruktion wurde darauf kein Wert gelegt, er war schließlich nur für Ausbildungszwecke und nicht für den praktischen Betrieb gedacht. Der TCXO im Adalm Pluto lässt sich aber auch gegen ein stabileres Exemplar austauschen. Das ist wieder eine Arbeit, die man besser unter einem Mikroskop ausfüh­ren sollte. Das kann nicht jeder. Inzwischen kann man den Adalm Pluto auch schon umgebaut erstehen.

Außerdem muss der Adalm Pluto noch um einen PTT Ausgang ergänzt werden. Auch das ist etwas für Leute, die den Lötkurs für Fortgeschrittene besucht haben. Dennoch gibt es viele Selbstbaulösungen mit dem Adalm Pluto, teilweise als lose Sammlung der Baugruppen auf dem Stationstisch oder provi­sorisch in einem Gehäuse versteckt. Fast schon professionelle Aufbauten findet man auch. Es sind allerdings immer noch etliche Komponenten und viel Arbeit erforderlich.