Innenleben

Der Umbau

Wir müssen nur zwei Bauteile ergänzen und eine Leiterbahn unterbrechen. Die Teile sind ein SMD-Kondensator mit 1 nF  oder größer und eine SMD-Induktivität von 1 µH. Die Werte sind nicht kritisch, wohl aber die Größe. Für die „Riesen“ mit den Größen 1206 und 1210 ist es zu eng im Gehäuse, die Baugröße 1008 ist gerade machbar, für 0805 braucht man eine sehr ruhige Hand. Es ist wenig Platz im Gehäuse!

Das Plastikgehäuse lässt sich aufknipsen, drei unter Silikontropfen verborgene Schrauben (Torx 8) halten den Deckel. Nach Aufschneiden des Silikonrandes kann man den Deckel abheben. Darunter residiert neben vier Transistoren und zwei Spannungsreglern nur noch ein kleiner Chip. Einen Quarz sieht man nicht, der sitzt bei den neuen Versionen des LNB auf der Platinenrückseite und darf da auch bleiben. Die Platine bleibt im Gehäuse!

Zeigt die Antennenöffnung nach oben, soll die untere Buchse Signalausgang sein und die Speiseespannung zuführen. Die obere führt das Oszillatorsignal für die PLL zu.

Zunächst lötet man den Innenleiter an der oberen F Buchse (B) ab. Neben dem Chip sieht man ein kleines Quadrat aus vier Lötpunkten. Man muss an dem mit (A) gezeichneten Pin einen Draht anlöten. Geeignet ist ein Kupferlackdraht von 0,1 oder 0,2 mm Durchmesser oder ein Fädeldraht, wie früher zur Verdrahtung verwendet wurde. Mit einer feinen Lötkolbenspitze und 0,5 mm dickem Lötzinn gelingt das. Eine Leuchtlupe ist unverzichtbar. Da auch mindestens eine Hand fehlt, sind Hilfsmittel nützlich.  An der abgelöteten F-Buchse wird bei (B) der SMD Kondensator mit einem Beinchen angelötet. An den anderen Anschluss des Kondensators wird freitragend der vorher eingebaute Draht angelötet.

An der anderen, unbehandelten F-Buchse muss die mäanderförmige Leiterbahn (D) nahe an der Buchse unterbrochen werden. Das gelingt mit einem scharfen Skalpell oder einem Teppichmesser. An den Innenleiter der F-Buchse (C) lötet man ein Ende der Induktivität an. Dabei muss auch der alte Anschluss zur Platine erhalten bleiben! Das zweite Beinchen der Induktivität wird über einen weiteren Draht mit dem unteren Spannungsregler bei (E) verbunden. Man kann die Spule auf die Platine kleben und dann freihändig verdrahten. Achtung, das darf nicht zu hoch werden! Den Kondensatorwinzling habe ich in die Zähne von (3) geklemmt und an ein Ende ein Stück Schaltdraht gelötet. Dann kam der Schaltdraht in die Klemme und der Kondensator konnte an die Buchse gelötet werden.

Alle Bauteile und Drähte müssen nahe an der Leiterplatte liegen. Nach einer Kontrolle unter der Lupe kann der Deckel wieder aufgesetzt werden. Nach der Montage sollte wieder Silikon zur Dichtung aufgetragen werden.

Funktionsweise

Das Quadrat mit den vier Lötpunkten dient wohl zur Aufnahme eines Quarzes in SMD Bauweise (oder eines TCXO). Sie sind frei, da der Quarz jetzt (noch) auf der Rückseite sitzt. Zwei der Pins sind mit den Anschlüssen des Quarzes verbunden, die bei den übrigen liegen wohl auf Masse.

Über den Kondensator wird das Oszillatorsignal einem der Quarzanschlüsse zugeführt, über die Induktivität die Versorgungsspannung. Der Kondensator bewirkt die gleichspannungsmäßige Trennung des eingespeisten Signals. Im Originalzustand dient im LNB dazu eine mäanderförmige Leiterbahn als Einspeisedrossel. Für die von uns angestrebten Frequenzen reicht deren Induktivität nicht aus, die liefert unser zweites Bauteil.

Erhält der LNB über die Ausgangsbox eine Spannung von 9 V bis 14 V, verrichtet der LNB über die obere Buchse wie unverändert seine Arbeit. Das Signal des internen Oszillators kann man mit einem Oszilloskop an der oberen Buchse messen. Legt man die obere Buchse über 75 Ohm auf Masse, reißen die Schwingung des Oszillators ab, wir können hier extern unser Signal zuführen. Der Quarz stört nicht, wenn man nicht gerade ein Signal mit 25 MHz zugeführt.

Zwei normale Fernsehantennenkabel (75 Ohm) verbinden die beiden Anschlüsse des LNB mit unserem Shack, die vorliegenden Frequenzen stellen für dieses Kabel keine Herausforderung dar.

Wenn man die Induktivität statt auf die untere auch auf die obere Buchse lötet, kann die LNB-Speisung auch mit dem Oszillatorsignal zugeführt werden. Man sollte den Wert der Drossel dann aber auf 4,7 µH vergrößern.