Von der Elbe geht über Schleusen der Nord-Ostsee-Kanal ab, der ist ca. 100 km lang und endet dann in Kiel. Der Nord-Ostsee-Kanal ist gut 150 Jahre alt, er wurde mehrfach verbreitert und etwas vertieft, ist aber, wie alles in Deutschland, sanierungsbedürftig. Das betrifft die Schleusen, die doch sehr in die Jahre gekommen sind, aber auch den Kanal selbst. Er muss an einigen Stellen verbreitert werden, damit auch moderne Schiffe "die Kurve kriegen". So wird in Brunsbüttel zurzeit eine weitere, wesentlich größere Schleuse zusätzlich gebaut. Das muss im laufenden Betrieb geschehen, schon eine gewaltige Herausforderung. Ein Projekt für viele Jahre, die Niederländer würden es wahrscheinlich in einem Drittel der Zeit schaffen. Neben den Schleusenanlagen ist ein Sportboothafen, eine Einkaufsmeile geht durch das Zentrum dieses Stadtteils, hier gibt es auch Touristen.


Bei unserer ersten Erkundung stießen wir auch auf den alten Stadtkern, der schon vor dem Kanalbau existiert. Auch das war sehenswert. Es gibt viel schöne alte Bausubstanz und eine Kirche mit einer besonderen Geschichte. Im 18. Jahrhundert schlug während eines Gottesdienstes ein Blitz in die Kirche ein und setzte sie in Flammen. Wir trafen den heutigen Pfarrer, der schmunzelnt erzählte, er würde sich in Hinblick auf dieses Ereignis immer sehr genau überlegen, was er predigen würde. Es war ein sehr humorvoller Mensch, es ist auch eine schöne Kirche.

