Die Alrek kam endlich. So ein Frachtschiff hält aber nicht einfach mal im Hafen an, man muss quasi während der Fahrt zusteigen. Nicht ganz, aber während eines Aufenthaltes in der Schleuse. Über eine Gangway geht es an Bord. Dort wird man vom ersten Offizier empfangen, der die Passagiere zu ihrer Kammer begleitet. Die Kammer ist allerdings schon eine Mini-Wohnung, besteht sie doch aus einem kleinen Wohnraum mit Fernsehgerät und Radio, einem Schlafgemach und einem Bad. Das hat nicht den Standard eines gehobenen Hotels, den will solch ein Schiff aber auch gar nicht bieten. Wir hatten einen schönen Blick aus dem Wohnraum auf die Containerlandschaft, wäre der Stapel noch eine Etage höher gewesen, hätten wir keine Gardinen mehr gebraucht...Die Besatzung der Alrek besteht aus genau zehn Personen, dazu kamen zwei Passagiere: wir. Einen Pool gibt es (hier) nicht, kein Unterhaltungsprogramm, keine Animation. Wer hier reist, sollte ein paar gute Bücher mitbringen.

 P1010053

P1010055

Der Bewegungsraum ist stark eingeschränkt. Theoretisch kann man zwar vom Heck zum Bug laufen, die Container sind allerdings sehr dicht gestellt, lediglich in der Mitte gibt es einen Weg, in dem man mit Mühe hindurch kann. Das gibt allerdings leicht schmutzige Kleidung. Aber es gibt es noch im Inneren des Schiffs Durchgänge " für schlechtes Wetter", wie mir der Ingenieur erklärte. Dazu müsste man dann allerdings durch den Maschinenraum und den sollte man ohne sachkundige Begleitung möglichst nicht betreten.

P1010073   R0A8039

 

Allerdings kommt man nicht umhin, ständig treppauf und treppab zu laufen. Gegessen wird auf der Ebene des ersten Decks, (auch wenn es weitere Decks darunter gibt.) Auf den anderen Decks sind dann zunächst einmal Kammern für Besatzungsmitglieder untergebracht, je höher der Rang, desto höher das Deck, auf dem sie liegen. Ganz oben ist dann die Brücke, die Zentrale der Schiffsführung. Meine Bewegungapp meldete jedenfalls ein Rekord an erstiegenen Treppenstufen, monierte ansonsten aber bis auf den Landaufenthalt ein erhebliches Bewegungsdefizit. Man isst in der Offiziersmesse mit der Besatzung. Klingt hochtrabend, das waren hier genau vier Leute: Der Kapitän, der erste Offizier, der zweite Offizier und der leitende Ingenieur. Die übrigen essen in einem fast baugleichen Raum, aber getrennt davon. Es war kein Deutscher an Bord, die offizielle Bordsprache war englisch. In der Praxis allerdings war das ukrainisch bzw. russisch. Der Kapitän war Pole, die Offiziere Ukrainer, der Ingenieur Russe, drei Philppinos, ein weiterer Pole und Ukrainer. Man verständigte sich in Englisch, die höheren Dienstgrade beherrschten das recht gut.

P1010080

P1010083

P1010078