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Dann stand Hamburg auf dem Plan. Mit dem Auto ging es bis Itzehoe, weiter mit dem Zug nach Hamburg Hauptbahnhof. Man muss es sich nicht antun, ohne Not mit dem Auto in das Stadtzentrum zu fahren. Genau genommen war das Maritime Museum unser Ziel. Das war vom Hauptbahnhof nur zwei U-Bahn Haltestellen entfernt.

Im Museum sollte ich die Gelegenheit bekommen, in einem Simulator selbst ein Frachtschiff zu fahren. Damit fingen wir auch an. In einem Raum mit einer 180° Videowand auf zahlreichen Bildschirm war die Brücke eines Schiffs nachgebildet. Dazu waren die wesentlichen Bedienelemente des Schiffs vorhanden, was man da braucht, ist der "Gashebel" und das Bugstrahlruder. Weiterhin ist ein Radarbild zu sehen und der Kartenplotter, das möchte ich hier nicht erklären.

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Es galt zunächst, Gefühl für das Schiff zu bekommen, dass 300 m lang und 33 m breit war und auch mit Blechdosen beladen war. Die erste Erkenntnis ist, dass man eigentlich nicht sieht, was vor dem Schiff los ist, es fehlen rund 500 m, die man nicht überschauen kann. Hinzu kommt, dass der "Bremsweg“ mehrere Kilometer lang ist. Was da im Weg ist, wird untergemangelt, es gibt keine Chance, das zu verhindern. Als Sportbootfahrer sollte man also sehr viel Respekt vor den großen Pötten haben.

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Bewegungen des Ruders wirken erst mit erheblicher Verzögerung, mal eben schnell um eine Ecke fahren, das geht gar nicht. Im Simulator geht es erst einmal darum, sich im Gedränge anderer Schiffe in der Elbmündung zurechtzufinden und auszuweichen. Da auf der Elbe mit einem Lotsen gefahren wird, muss man eigentlich nur zuhören, was dieser Lotse für Steuerbefehle gibt. Das dann ganz gut funktioniert. Phase zwei war dann die Einfahrt in den Containerhafen, vereinfacht nach rechts abzubiegen. Grundsätzlich ist das Vorgehen so, wie auch bei einem Sportboot, nur alles ein klein wenig größer. Man ist versucht, viel zu früh einzulenken. Beachtet man den Grundsatz, dass man das erst dann tun sollte, wenn man die entsprechende Tonne querab hat, gelingt das mit Hartruderlage und leichten Korrekturen ganz gut. Wir fuhren nahezu auf der Ideallinie in den Containerhafen. Ein vollständiges Wenden und Anlegen waren nicht möglich, wir hätten noch viele Stunden im Simulator verbringen müssen. Das dauert eben.P1010022

Der letzte Teil war eigentlich ein wenig unfair und diente mehr zur Demonstration der Naturgewalten. Ausfahrt aus dem Containerhafen von Rotterdam in die Nordsee. Grundsätzlich machbar, aber der Wind kam mit 99 Knoten (183km/h) seitwärts aus der Nordsee. Das Schiff ließ sich zwar noch drehen, wurde aber zum Spielball des Windes. Er drückte das Schiff letztlich auf den Leitdamm zwischen den beiden Hälften des Fahrwassers. So muss ich mich schämen, eine Schiffskatastrophe verursacht zu haben. Allerdings sagten die beiden Trainer unumwunden, dass man unter diesen Windverhältnissen dort niemals hätte ablegen und "abbiegen" dürfen. Das Scheitern war nicht zu verhindern.

Darüber hinaus bot das Haus noch zahlreiche Exponate. Von einer Übersicht über die Geschichte der Seefahrt ist so einer Darstellung der Technik von Antrieb und "Lenkung", man hätte man stundenlang verweilen können. Doch irgendwann ermüdet man und entscheidet sich, abzukürzen.