Peru-Bilder
Frühstück 5:30 Uhr, Abfahrt 6:00 Uhr! Und das ausgerechnet an Ostern. Nun wir wollten aber den Regenwald, die Natur und die Tiere erleben. Das geht nur, wenn man früh aufsteht, da mussten wir dann durch. Mit dem Boot ging es circa 2 km Fluss abwärts, dann wurden wir ausgesetzt. Circa eine Dreiviertelstunde Fußmarsch durch den Regenwald, der machte doch bald seinen Namen alle Ehre. Es begann zu regnen, es regnete fester und noch fester. Das war ziemlich ungemütlich. Allerdings war der Regen warm.In Regenkleidung ging es zu einem Gewässer, das wie der Altarm eines Flusses aussah.
Wir stiegen in ein Langboot, dass dort lag.

Mit Maria, unserem Guide am Heck, setzten wir uns in Bewegung. Wir bekamen ein paar Vögel und einige Affen zu sehen. Beide verstecken sich perfekt in der Vegetation, sie auf den Fotos zu finden, wird sicher ein Suchspiel sein. Später gingen wir wieder auf das Land und zogen zu Fuß weiter. Auch der Regen legte noch eine ordentliche Portion zusätzlich zu. Unsere Kleidung schützte uns nur begrenzt davor. Solche Regenschauer sind hier nicht selten, sie dauern aber oft nicht sehr lange. So war es auch hier, Petrus drehte den Hahn wieder zu, und für den Nachmittag schickte er sogar die Sonne heraus.

An einem Aussichtsturm stellten wir uns unter, den Regen hat es nur wenig gestört. Wir zogen wieder weiter und fanden bald ein neues Gewässer, an dem ein Boot lag.

Wieder erfolgte der Wechsel des Verkehrsmittels. Nun war’s schon erheblich enger. Die „Hilfskräfte" des Schiffsantriebs mussten sehr viel sorgfältiger paddeln. Dafür ließ der Regen etwas nach. In diesem Gewässer standen auch etliche Bäume und Sträucher, und einige davon wurden zielgenau angesteuert, bis eine kleine Kollision die Fahrt bremste. Nach etwa 1 Stunde Rundtour kamen wir wieder am Ausgangspunkt an. Wir gingen zurück zum Aussichtsturm, der erst einmal erobert wurde. Das war im wahrsten Sinn des Wortes sehr übersichtlich.
Wir hätten nur ein kurzes Stück laufen müssen, dann wieder das Boot nehmen können, um zum Ausgangspunkt zurückzukommen. Aber Laufen war angesagt, 4 km sollten es sein. Im Nachhinein scheint „4 Meilen“ die Situation besser zu beschreiben. Der Regen hatte wieder heftig eingesetzt und stapften hintereinander durch tiefe Pfützen und Schlammlöcher.
Unser Guide stapfte zügig voran und unsere kleine Prozession zog sich erheblich in die Länge. Mit mehreren Pausen, um die Hinteren aufholen zu lassen, haben wir endlich die Anlegestelle wieder erreicht. Das Motorboot nahm uns auf und brachte uns zurück zur Lodge. Dort war erst einmal die grobe Schlammentfernung nötig Mit einem Wasserschlauch und Bürsten wurden Schuhe und auch die Kleidung vom gröbsten Dreck gereinigt. Dann ging es erst einmal in die Bungalows, der größte Teil der Kleidung musste gewechselt werden. Ein Mittagessen versöhnte uns mit der Welt.
Der Nachmittag war ohne festes Programm, Erholung und ein Pisco sourur waren angesagt!

Der Abschied von Cusco war jetzt unvermeidbar. Während der größte Teil der Gruppe sich zum Flughafen begab, um den Heimweg anzutreten, flogen sieben Reisende aus der Gruppe weiter nach Puerte Aldonado, um noch einige Tage im Regenwald zu verbringen.
Nach einem kurzen Flug landeten wir auf einem winzigen Flughafen in Puerto Aldonado. Eine Reiseleiterin holte uns dort ab, wir fuhren in das Büro der Firma vor Ort. Dort wurden aus den Koffern die für die nächsten Tage erforderlichen Kleidungsstücke in leichtere Taschen umgepackt. Das ist erforderlich, da der Weg zur Lodge in einem Boot zurückgelegt wird, das unmöglich Koffer transportieren könnte.

Unser Bus war den hier üblichen Temperaturen angepasst. Er hatte keine Scheiben in den Seitenfenstern. Hier freut man sich wohl über jeden Luftzug.


Wir wurden zum Hafen am Fluss gefahren. Dort bestiegen wir ein Boot, mit dem wir circa eineinhalb Stunden flussabwärts fuhren. Der Fluss war erstaunlich breit, geschätzt waren es wohl etwa 450 m. Er führte viel Wasser, die Regenzeit war recht heftig und noch nicht allzu lange vorbei. Die Strömung war gewaltig. Wir fuhren flussabwärts, so dass sich die Geschwindigkeit des Flusses zu der des Bootes addierte. Die Boote waren sehr lang aber schmal. Dadurch konnten sie eine hohe Geschwindigkeit erreichen, waren allerdings sehr kippelig. Deshalb war es angeraten, im Boot möglichst sitzen zu bleiben.




Dort befindet sich die Lodge. Es wurde eingecheckt, es gab ein ziemlich verspätetes Mittagessen.

Nach kurzer Pause ging es auf Tour in den Regenwald. Es war sehr heiß und schwül, die hohe Luftfeuchtigkeit belastet. Wir waren das trockene Klima in den Anden gewohnt und stießen nun genau auf das Gegenteil. Wir mussten uns erst daran wieder gewöhnen.Kaum vorstellbar ist die Dichte der Vegetation. Die Bäume haben unvorstellbare Abmessungen. Tiere sieht man kaum, sie haben sich ihrer Umgebung farblich so angepasst, dass man sie nicht wahrnimmt. Wir erreichten einen kleinen See, in dem Kaimane leben. Dort konnten wir allerdings nur ein paar kleinere Exemplare beobachten.


Nach dem Rückweg war es auch bald Zeit für das Abendessen.

Um 20:00 Uhr bestiegen wir noch einmal das Boot und fuhren ein Stück den Fluss aufwärts. Mit einer starken Lampe wurde manchmal das Ufer ab geleuchtet, um die Augen dort befindlicher Tiere zu entdecken.

Der Erfolg war allerdings recht mäßig. Verblüffend war allerdings der Sternenhimmel, der Dank der fehlenden Lichtverschmutzung wirklich einmalig schön zu sehen war. Ein paar der Sterne erkannten wir wieder, die wir schon vorher von unserer Reiseleiterin B. F. gezeigt bekommen hatten. Der Bootsführer ließ das Boot schließlich flussabwärts treiben, bis wir die Lodge wieder erreichten.
Die meisten aus der Gruppe waren reichlich müde, wir haben auch sofort fest geschlafen.
Cusco stand auf dem Plan, doch das klappte nicht so ganz, wie es geplant war. Es war nämlich Karfreitag, und Peru ist ein stark vom katholischen Glauben, geprägtes Land. Die Kirchen waren also durch Gottesdienste "in Gebrauch" und daher für die geplante Besichtigung nicht erreichbar. Besonders bei der Kathedrale ist das sehr schade gewesen. Hier in Peru haben der Gründonnerstag und der Karfreitag einen besonders hohen Stellenwert. Am Karfreitag ziehen viele Prozessionen durch die Stadt, die entweder die Gottesmutter Maria oder aber das Grab Jesu mit sich führen. Diese treffen sich dann an einer Stelle, der Höhepunkt dieser Prozessionen.


So lag der Schwerpunkt in einer Besichtigung eines ehemaligen Klosters, das mitten in eine alte Tempelanlage gebaut worden war. Wir sahen dort etwas, was wir auch schon an anderen Stellen beobachten konnten. Massive Steinquader, perfekt aneinandergefügt, waren so verbaut, dass sie alle leicht nach innen geneigt waren. Diese Bauweise erhöht die Erdbebenstabilität ganz erheblich. Die Klosterkirche war auch hier nicht zugänglich. Kurioserweise durften wir auch hier die Bilder und Wandmalereien außerhalb der Kirche nicht fotografieren. Dagegen war alles aus den alten Kulturen zur Ablichtung freigegeben. Charakteristisch: Die trapezförmigen Öffnungen und schräg nach hinten laufende Mauern zur Verbesserung der Stabilität bei Erdbeben,


Später machten wir unseren Rundgang durch die Stadt, in der trotz des Feiertags erheblicher Trubel herrschte. Weiter ging es noch in ein weiteres Museum. Da wir alle schon ein paar Stunden Pflaster treten hinter uns hatten, war die Luft schon ein wenig raus. Die meisten Mitglieder der Reisegruppe fanden sich im Museumscafé wieder.

Später ging es noch ein Stück weiter durch die Stadt, wir besuchten die charakteristischen „Plätze der Größe“ und wurden dann in den freien Nachmittag entlassen.
Abends waren wir dann noch einmal in der Stadt zum Abschlussessen. Das letzte Abendmahl, auch wenn das eigentlich sinngemäß eher auf den Vortag gehört hätte.
Wir folgten am Morgen recht früh dem Umambstal, dass man auch als heiliges Tal bezeichnet. Oberhalb des Ortes Pisak sind die Ruinen einer Inka Siedlung. Man hat doch auch noch einiges ausgegraben, einige Gerölllawinen haben dafür gesorgt, dass man weite Teile der Anlage nicht mehr betreten darf.

Vor dem Eingang waren wieder endlose Scharen von Händlern, die den Besuchern nutzlose Dinge verkaufen wollten. Innen hatte man einen fantastischen Blick über das Tal, die hohen Berge, die Weite der Landschaft, ein beeindruckender Anblick. Die archäologischen Erkenntnisse blieben begrenzt. Die terrassenförmigen Felder hatten wir bereits gesehen, die grundsätzliche Bauweise der Häuser war uns auch schon bekannt, dennoch ein lohnenswerter Besuch.

Zurück im Ort konnten wir uns einen Eindruck von der Qualität von im Steinofen gebackenen Teigtaschen machen. Wir saßen im Garten und konnten verschiedene Varianten davon probieren. Lecker!

Weiter ging es zu einem Betrieb, der aufgegriffen Lamas, Alpakas und Viskunjas beherbergte und sie in der Art eines Streichelzoos zur Schau stellt. Die Wolle der Tiere, die ihr Leben, wird gesponnen und dann weiter verarbeitet. Wir bekamen eine eindrucksvolle Demonstration, wie mit pflanzlichen Farbstoffen und anderen naturnahen Produkten leuchtende Farben erzeugt werden können. Das gefärbte Garn wird dort auch verwebt, eine sehr mühsame Arbeit, für einen Schal können unter Umständen 2-3 Monate Arbeit anfallen. Wenn man den Preis dieser aren dann sieht, erkennt man erst einmal, wie gering die Entlohnung der Arbeiter hier ist.

Dann erfolgte die Weiterfahrt zur Inkafestung Sacsayhuaman oberhalb von Cusco. Die erwies sich als ziemlich beeindruckend, sie ist aus großen Kalksteinquadern gebaut. Diese sind perfekt gefügt, wobei die einzelnen Bausteine bis zu 30 t schwer sind.

Es ist schon bewundernswert, wie man zur damaligen Zeit ohne technisches Hilfsmittel, die Steine so exakt bearbeiten und vor allen Dingen auch zusammenfügen konnte. Letztlich ging es zu unserem Hotel in Cusco, wobei der Abend zur freien Verfügung stand.
Ein früher Start um 7:45 Uhr um Machu Picchu.
Zunächst knapp 40 Minuten Busfahrt. In Ollantaytambo dann Umsteigen auf Peru Railway. Seltsame Sitten gibt es hier: Der Fahrgast kommt nicht alleine auf den Bahnsteig, sondern muss sich vor einem Gate aufstellen. Wenn es denn der Zuggesellschaft passt, wird man von einer Angestellten zum passenden Waggon gebracht. Er wird noch mithilfe des Passes geprüft, ob auch wirklich der auf dem Ticket stehende Mensch reisen will.
Im Zug, dann gibt es für jeden Waggon, den man nicht wechslen darf, einen eigenen Zugbegleiter. Der Service ist hier besser als bei mancher Fluggesellschaft. Nach anderthalb Stunden in Schleichfahrt wurde der Ort. Machu Picchu erreicht, dort muss man in einen Bus umsteigen, der zu den Ausgangstätten fährt.
Die Warteschlange vor dem Bus ist mindestens 500 m lang, aber schon nach einer halben Stunde gehört man zu den Fahrgästen, nachdem natürlich wieder das Ticket anhand des Passes überprüft wurde. Weitere 40 Minuten später erreicht man die Ausgrabungen. Hier ist die Schlange kürzer und nach einer erneuten Passkontrolle erreicht man relativ schnell den Zutritt zu dem Gelände.

Hier gibt es verschiedene Rundwege, von denen dem Besucher einer zufällig zugeteilt wird. Andere Wege sind verboten, stehen bleiben, ist unerwünscht, ein Stück zurückgehen, das geht gar nicht. Unsere Lokal Guide-Reiseleiterin war zunächst für die Führung zuständig. Nach einer halben Stunde waren wir im Gelände tatsächlich 100 m vorangekommen. In dieser Zeit haben wir mindestens dreimal erfahren, dass wir uns auf 2400 m Höhe befanden und der gegenüberliegende Berg, 300 m höher sei. Viel von dem Vorgetragenen war redundant und nicht besonders ansprechend. Von der alten Stadt sind noch relativ viele Häuser vorhanden, einige Terrassen, die früher landwirtschaftlich genutzt worden, sind noch sehr gut erhalten.
Machu Picchu wurde von den Inkas genutzt, wahrscheinlich sogar in Teilen gebaut. So genau ist das nicht bekannt, die Quellen sind sich jedenfalls nicht darüber einig, ob nicht von vorhergehenden Kulturen Bauwerke weiter verwendet und ergänzt wurden. Die Stadt ist im ersten Teil des Urwaldes irgendwann aufgegeben worden und verschollen. Sie gerät in Vergessenheit, bis im vorletzten Jahrhundert sie durch ein Zufall entdeckt wurde. Man versuchte, etwas über die Geschichte dieser Stadt in Erfahrung zu bringen. Aufgrund ihres guten Zustandes wurde die Ruine und die vorgenommenen Ausgrabungen im Laufe der Zeit zu einem „Must see“ und die Zahl der Besucher wuchs sehr stark an. Wer Peru besucht hatte, musste auch diesen Ort gesehen haben. Das füührte dazu, dass der Zugang streng geregelt wurde und pro Tag nur eine bestimmte Zahl von Besuchern in einem vorher festgelegten Zeitfenster für eine bestimmte Zeitspanne den Ort besuchen darf.

Wir haben auf unserem Rundweg ungefähr 1 km in dem Gelände zurückgelegt, manche alten Häuser und Reste eines Tempels besucht. Durch die Landschaft ist das durchaus beeindruckend, wer jedoch schon andere große Ausgrabungen in Mexiko, Kambodscha oder Ägypten besucht hat, wird nicht unbedingt in lauten Jubel ausbrechen. Dann ging es auf gleichem Weg zurück, erst mit dem Shuttle Bus, dann mit dem Zug. Der hatte rund eine halbe Stunde Verspätung, man fühlte sich wie zu Hause. Im Zug war richtig was los, eine Band spielte. Die Tische waren mit peruanischen Strickwaren dekoriert. In unserem Waggon wurde eine Modenschau veranstaltet.

Viele von uns hätten lieber ihre Ruhe gehabt. Anschließend ging’s wieder in den Reisebus, mit dem wir zurück ins Hotel fuhren. Dort endete nach einem gemeinsamen Abendessen der Tag.