Frühes Aufstehen war angesagt. Um 7:15 Uhr sollte es losgehen.

Nach einer mehrstündigen Busfahrt gab es einen Stopp am Museum in Pachacamac. Am Fuß von einigen, doch reichlich zerfallenen Pyramiden werden einige Fundstücke von Ausgrabungen dort gezeigt und noch einmal die Geschichte der Kulturen in den letzten 8000 Jahren von Peru. Gezeigt wurde dort auch, wie ganz kleine Lichter, denen man Uniform angezogen hatte, allein schon deshalb glaubten, andere Menschen kommandieren zu müssen.

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Das Gebäude ist preisgekröhnt. Wegen seiner Hässlichkeit!                                          Fundstücke

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Ausgegrabener Stab                        Ausgräber                      Kein Ausgräber, Tourist

Ein Kuriosum ist noch zu erwähnen: die Tour mit dem Bus durch die Ausgrabungen. Sowas erfolgt normalerweise zu Fuß, das weitläufige Gelände hätte dazu das ganze über mehrere Stunden ausgedehnt.

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Thematischer Schwerpunkt war die Geographie Perus, wobei auch das Klimaphänomen el Ninio und seine Auswirkungen Thema waren. Die extremen Unterschiede der verschiedenen Klimazonen, die oft sehr nah aneinander liegen, haben Peru erheblich geprägt.

Es erfolgte die Weiterfahrt zum Flughafen. Es gab eine Information, man solle 2 Stunden vor Abflug vor Ort sein. Werden die Koffer noch von Sklaven getragen und ins Flugzeug eingeladen? Das ist nicht mehr zeitgemäß. Mit etwas Verspätung hob die Maschine ab und circa 90 Minuten später war das Ziel. Arequipa erreicht. Das liegt schon circa 2400 m über dem Meer, ein erster Schritt zur Gewöhnung an die großen Höhen, die auf der Reise noch überwunden werden müssen.

Im Bus war diese große Höhe und die Gewöhnung an sie das Gesprächsthema. Es gab einen Überblick darüber, weshalb sie nötig ist, welche Beschwerden auftreten können und wie man die mindern kann.

Man hätte den einzigen echten Programmpunkt des Tages, das Museum, auslassen sollen. In aller Frühe mussten wir aufbrechen, es wäre entspannt gewesen, da die Reise 1,5 Stunden kürzer gewesen wäre. Zudem waren es nicht sehr viele Neuigkeiten, die man dort erfahren konnte.

Den Tag schloss ein gemeinsames Abendessen ab.

Wir waren nun in den Anden, Arequipa liegt schon fast 2500 m hoch. Von diesem Niveau würde es weiter bis auf die doppelte Höhe führen. Das ist für untrainierte Leute problematisch, denn auf ca. 5500 m Höhe ist der Luftdruck auf die Hälfte gesunken. Mit jedem Atemzug bekommt man nur die halbe Luftmasse. Man wird bei kleinster Belastung atemlos, läuft wie auf Watte. Es entwickelt sich eine geistige Zähigkeit und Schläfrigkeit. In der Folge entwickelt sich ein starker Kopfschmerz. Nicht schön, für gesunde Menschen zuerst noch nicht gefährlich.

Deshalb sollte man die Höhe langsam  steigern, und einige Tage auf 2000m bleiben und dann das auf 3000m wiederholen, usw., bis man auf der Zielhöhe ist. Ein gesunder Mensch kann so 5000 m erreichen, darüber ist viel Training nötig.

Als begleitende Maßnahme sollte man viel trinken und eventuell geeignete Arzneimittel einwerfen. Indigene wenden Blätter vom Cocastrauch wie Kautabak angewendet, alternativ kann man daraus einen Tee zubereiten. Es gibt auch Lutschbonbons mit den Inhaltsstoffen der Blätter.

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Hier streng verboten: Blätter der Cocapflanze, Reste aus einem Glas Tee

Diese Therapie ist für Peruaner üblich und völlig normal. Blätter der Cocapflanze kann man problemlos auf dem Markt erwerben. Aber in Deutschland ist das illegal. Aus den Blättern der Cocapflanze kann man Kokain herstellen. So wie ich erfahren habe, benötigt man ca. 10 kg Blätter für 1 g Kokain, je nach Sorte. Deshalb ist schon der Besitz von wenigen Blättern verboten, die Einfuhr natürlich auch. Also auch nicht  2-3 davon aus dem Urlaub mitbringen, die Hunde am Flughafen haben eine sehr gute Nase!

Weder der Konsum des Tees noch das Kauen der Blätter hat auch nur ansatzweise die Wirkung von Kokain. Dennoch gilt die Anwendung obiger Mittel als Drogenkonsum. Den kann man auch längerfristig nachweisen, die Folgen sollten bekannt sein.