Peru-Bilder
Arequipa ist ein typischer peruanischer Ort. Er ist stark geprägt von der Kolonialzeit. Typisch ist der zentrale, große Platz. Es gibt dort eine Kathedrale, die Straßen sind im Schachbrettmuster senkrecht zueinander angeordnet. Zunächst stand ein Stadtrundgang an. Dann kamen wir in eine Demonstration. Ein Zug von ganz vielen Menschen erfüllten kurzer Zeit den Platz. Sie wurden von vielen Fahrzeugen begleitet, von denen ständig per Lautsprecher Parolen gebrüllt worden. Es konnte einem da schon ein wenig unheimlich werden. Wir haben uns dann heraus gehalten und den Platz möglichst bald verlassen.


Hauptplatz Demonstration
Die Häuser haben meist nur ein oder zwei Geschosse, hier ist nämlich ein Erdbebengebiet. Noch 2001 wurde die Region von einem schweren Beben geschädigt. Man erkennt das heute noch deutlich am Turm der Kathedrale, die Ausbesserungen fallen sofort ins Auge.




Die Besichtigung eines Klosters durfte nicht fehlen. Es ist eine abgeschottete Stadt in der Stadt. Hier lebten einmal mehr als 200 Nonnen. Der Rundgang zeigt das Leben und die Arbeit der Ordensfrauen.


In Peru leben viele wilde Alpakas. Sie werden auch gezüchtet und in Herden gehalten. Ihre Wolle gilt als sehr hochwertig, sie wird versponnen, gestrickt oder verwebt. Die so hergestellten Kleidungsstücke erfreuen sich nicht nur in Peru großer Beliebtheit. Produkte dieser Art werden überall angeboten. Es gibt auch einige Fachgeschäfte, die sich ausschließlich auf den Vertrieb solcher Artikel spezialisiert haben. Ein solches Geschäft haben wir besucht, uns worden ausführlich die Vorzüge und Qualitätsmerkmale der Waren erklärt. Es ist wohl wie an vielen Stellen. Es gibt Ramschware, die sehr preiswert verkauft wird, für Qualität muss man mehr bezahlen. Es hätte sich durchaus gelohnt, hier einzukaufen. Wir haben dem aber widerstanden, an andere aus der Reisegruppe nicht.
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Echt krank! Markt Kartoffeln
In Arequipa gibt es auch eine große Markthalle, in der etwa 1200 verschiedene Händler ihre Waren anbieten. Hier gibt es alles, Haushaltswaren, Obst, Gemüse, Fleisch. In der Halle geht es eng zu, die einzelnen Stände sind in einem Raster angeordnet. Da mussten wir dann unbedingt hin. Als Zugabe bekamen wir dort eine Präsentation peruanischer Obstsorten mit der Gelegenheit, diese auch zu probieren.
Abends war Eigenverpflegung angesagt. B. F. Hatte einige Tipps gegeben, einen davon haben wir ausgewählt. Das war sehr peruanisch und gut.
Frühes Aufstehen war angesagt. Um 7:15 Uhr sollte es losgehen.
Nach einer mehrstündigen Busfahrt gab es einen Stopp am Museum in Pachacamac. Am Fuß von einigen, doch reichlich zerfallenen Pyramiden werden einige Fundstücke von Ausgrabungen dort gezeigt und noch einmal die Geschichte der Kulturen in den letzten 8000 Jahren von Peru. Gezeigt wurde dort auch, wie ganz kleine Lichter, denen man Uniform angezogen hatte, allein schon deshalb glaubten, andere Menschen kommandieren zu müssen.

Das Gebäude ist preisgekröhnt. Wegen seiner Hässlichkeit! Fundstücke

Ausgegrabener Stab Ausgräber Kein Ausgräber, Tourist
Ein Kuriosum ist noch zu erwähnen: die Tour mit dem Bus durch die Ausgrabungen. Sowas erfolgt normalerweise zu Fuß, das weitläufige Gelände hätte dazu das ganze über mehrere Stunden ausgedehnt.

Thematischer Schwerpunkt war die Geographie Perus, wobei auch das Klimaphänomen el Ninio und seine Auswirkungen Thema waren. Die extremen Unterschiede der verschiedenen Klimazonen, die oft sehr nah aneinander liegen, haben Peru erheblich geprägt.
Es erfolgte die Weiterfahrt zum Flughafen. Es gab eine Information, man solle 2 Stunden vor Abflug vor Ort sein. Werden die Koffer noch von Sklaven getragen und ins Flugzeug eingeladen? Das ist nicht mehr zeitgemäß. Mit etwas Verspätung hob die Maschine ab und circa 90 Minuten später war das Ziel. Arequipa erreicht. Das liegt schon circa 2400 m über dem Meer, ein erster Schritt zur Gewöhnung an die großen Höhen, die auf der Reise noch überwunden werden müssen.
Im Bus war diese große Höhe und die Gewöhnung an sie das Gesprächsthema. Es gab einen Überblick darüber, weshalb sie nötig ist, welche Beschwerden auftreten können und wie man die mindern kann.
Man hätte den einzigen echten Programmpunkt des Tages, das Museum, auslassen sollen. In aller Frühe mussten wir aufbrechen, es wäre entspannt gewesen, da die Reise 1,5 Stunden kürzer gewesen wäre. Zudem waren es nicht sehr viele Neuigkeiten, die man dort erfahren konnte.
Den Tag schloss ein gemeinsames Abendessen ab.
Wir waren nun in den Anden, Arequipa liegt schon fast 2500 m hoch. Von diesem Niveau würde es weiter bis auf die doppelte Höhe führen. Das ist für untrainierte Leute problematisch, denn auf ca. 5500 m Höhe ist der Luftdruck auf die Hälfte gesunken. Mit jedem Atemzug bekommt man nur die halbe Luftmasse. Man wird bei kleinster Belastung atemlos, läuft wie auf Watte. Es entwickelt sich eine geistige Zähigkeit und Schläfrigkeit. In der Folge entwickelt sich ein starker Kopfschmerz. Nicht schön, für gesunde Menschen zuerst noch nicht gefährlich.
Deshalb sollte man die Höhe langsam steigern, und einige Tage auf 2000m bleiben und dann das auf 3000m wiederholen, usw., bis man auf der Zielhöhe ist. Ein gesunder Mensch kann so 5000 m erreichen, darüber ist viel Training nötig.
Als begleitende Maßnahme sollte man viel trinken und eventuell geeignete Arzneimittel einwerfen. Indigene wenden Blätter vom Cocastrauch wie Kautabak angewendet, alternativ kann man daraus einen Tee zubereiten. Es gibt auch Lutschbonbons mit den Inhaltsstoffen der Blätter.

Hier streng verboten: Blätter der Cocapflanze, Reste aus einem Glas Tee
Diese Therapie ist für Peruaner üblich und völlig normal. Blätter der Cocapflanze kann man problemlos auf dem Markt erwerben. Aber in Deutschland ist das illegal. Aus den Blättern der Cocapflanze kann man Kokain herstellen. So wie ich erfahren habe, benötigt man ca. 10 kg Blätter für 1 g Kokain, je nach Sorte. Deshalb ist schon der Besitz von wenigen Blättern verboten, die Einfuhr natürlich auch. Also auch nicht 2-3 davon aus dem Urlaub mitbringen, die Hunde am Flughafen haben eine sehr gute Nase!
Weder der Konsum des Tees noch das Kauen der Blätter hat auch nur ansatzweise die Wirkung von Kokain. Dennoch gilt die Anwendung obiger Mittel als Drogenkonsum. Den kann man auch längerfristig nachweisen, die Folgen sollten bekannt sein.
Der Aufbruch erfolgte um 7:45 Uhr, da 8:00 Uhr eine Bootstour zu den Gallist-Inseln auf dem Programm stand. Das Transportmittel war ein Schnellboot, zwei Outborder mit je 200 HP und es ging in Windeseile voran. Etwa 1 Stunde sind wir mit Vollgas gefahren worden. Bei diesem Boot bedeutet das etwa einen Durchsatz von etwa 300 l Sprit. Man muss kein bekennender „Öko“ sein, um dabei eine Gänsehaut zu bekommen.


Zuerst gab es eine Besichtigung einer Vogelkolonie in der Nähe eines Industriehafens. Die Vögel störte das nicht, aber ein paar schräge Vögel der Security des Hafens versuchten lautstark mit einer Sirene uns zu vertreiben. Hat nichts bewirkt. Auf diesem Inseln wohnen in großen Scharen Vögel, die große Mengen an Ausscheidungen produzieren. Der Vogelkot wird seit langer Zeit abgebaut und unter dem Namen Guano verkauft. Manche Vogelarten, zum Beispiel die Guanokormorane tragen sogar ihren Namen nach diesem Ausscheidungen. Auch heute werden diese Exkremente noch im Abstand von einigen Jahren abgebaut, verschifft und verkauft. Das ist noch immer ein sehr lukratives Geschäft. Diese Inseln stehen aber unter Naturschutz, da sie der Vogelwelt ansonsten ein ungestörtes Lebens und Brutgebiet geben.

Darüber hinaus findet man hier auch viele Pinguine, die aufgrund des kalten Wassers des Humboldtstroms sich dort wohl fühlen. Wir konnten Scharen der kleinen zierlichen Gesellen bei ihren Spaziergängen über die Felsen und ihrem morgendlichen Bad beobachten. Dazu hat wahrscheinlich auch das erstklassige Sonnenwetter beigetragen. Die Bootsleute sagten jedenfalls, dass selten so zahlreiche Beobachtung möglich seien. Auch ein paar Seelöwen bekamen wir zu Gesicht, einige im Wasser, andere nach dem morgendlichen Bad beim Trocknen auf einem Sandstrand.


Auch diese Freunde des Wassers waren zahlreich vertreten.
Weiter ging’s mit dem Bus durch die Küstenwüste, wobei wir an einigen Stellen einen großartigen Ausblick über das Meer und direkt daneben eine gigantische Wüste hatten.

Weiter ging es zu einer Destille mit einem angeschlossenen Lokal. Dort nahmen wir ein kleines Mittagessen ein. Na gut, es war eine gut organisierte Massenabfütterung in schöner Atmosphäre.

Auf einem kleinen Spaziergang durch die Felder und Gärten erfuhren wir, wie das Nationalgetränk Pisco hergestellt wird. Natürlich gab es auch eine Kostprobe, bei der wir verschiedene Produkte rund um den Pisco testen und auch kaufen konnten.

Im Paracas-Nationalpark besuchten wir ein kleines Museum, in dem die Geschichte der Küstenwüste sehr schön beschrieben war. Da hätte man durchaus etwas mehr Zeit gebrauchen können.

Anschließend fuhren wir noch in die Oase von Huacachina. Das ist aber mehr ein Touristenziel an der Grenze von gewaltigen Sanddühnen. Viel Rummel, noch mehr Andenkenverkäufer, keine echten Highlights. Kann man besuchen, muss man aber nicht unbedingt.
Den Abschluss des Tages bildete dann wieder ein gemeinsames Abendessen im Hotel.
Auschecken aus dem Hotel in Lima und Abfahrt um 9:00 Uhr. Fahrt zu einem anderen Stadtteil, nach Banca.

Banca war früher ein beliebtes Ziel für Sonntagsausflüge. Dort kann man baden, es gibt eine alte, meist zweigeschossige Bebauung. Hier haben sich auch einige Künstler „ausgetobt“. Noch heute gibt es hier ein bekanntes Atelier.
Ein Kuriosum: Die alte Kirche steht nicht auf dem Grund und Boden des Ortes, sie gehört schon zu einem anderen Stadtteil. Das durfte natürlich so nicht sein. Nur abreißen konnte man die alte Kirche auch nicht, da sie unter Denkmalschutz steht. Dennoch hat man eine neue Kirche gebaut, diesmal im Ort. Die alte Kirche hat man den Raben überlassen. Sie zerfällt so langsam, das Dach steht kurz davor einzustürzen. So löst sich das Problem allein.

Weiter ging es mit dem Bus. Wir fuhren durch die Küstenwüste. Das ist schon ein Kuriosum, wenn man praktisch unmittelbar neben dem Meer eine Wüste vorfindet. Man fährt durch eine Mondlandschaft. Das Gelände ist sehr steinig, hier wird im Tagebau Material abgebaut. Es dient als Ausgangsstoff zur Zementherstellung. Auch andere Mineralien werden hier gewonnen. Etwas weiter, in der Nähe eines Flusses, stößt man wieder auf Grüngürtel, in denen Ackerbau betrieben wird.Die Mittagspause machten wir in einer Raststätte an der Panamerikan, der einzigen Autobahn, die in Nord Süd Richtung durch Peru verläuft.

Wir lernten einige kuriose Speisen kennen: Pommes Frites aus Maniok, und leckere, gefüllte Avocados. Wir wählten zur geschmacklichen Begleitung einen Maracujasaft.

Nach der Pause folgten dann noch einmal etwa anderthalb Stunden Fahrt. Wir erreichen Paracas, wo wir einem Hotel direkt am Meer untergebracht waren. Eine Traumlage.

Auf dem Programm stand nach etwas Freiraum dann die große Kennenlern-Runde. Die wurde begleitet von einem Pisco sour, der uns ja schon bekannt war. Das Abendessen erfolgte an diesem Tag im Hotel.
Nach erholsamem Schlaf und einem guten Frühstück in einem viel zu kleinen Restaurant ging es mit dem Bus durch den immer gestauten Verkehr in Lima. Hier muss man Geduld haben, es geht nur langsam voran. Hier sind auch ziemlich viele "lazy policemen" verbaut, Schwellen, die jeden Bus auf Schrittgeschwindigkeit ausbremsen.

Der erste Stopp erfolgte an einer der „Pyramiden“. Das sind massive Erd- und Steinhaufen, auf deren Oberfläche dann in einem bestimmten Muster aus ungebranntem Lehm, Mauern erstellt worden sind. Diese Pyramiden sind aber nicht hohl. Auf dem Plateau oben wurden so wie in Mexiko Gebäude errichtet, die überwiegend religiösen Zwecken dienten. Wenn durch Verwitterung oder Erdbeben diese Gebäude zerstört worden waren, wurde der Schutt an den Hängen erneut vermauert. Die Pyramide wurde etwas größer und oben wurde ein neues Gebäude errichtet.
Nächster Programmpunkt war ein mehrstündiger Spaziergang zu Fuß durch die Altstadt Limas. Hier findet man neben den Kolonialbauten auch vieles an Bausubstanz quer durch alle Baustile der Vergangenheit.

Wir lernten die peruanische Küche bei einem mehrgängigen Mittagessen kennen. Lecker!

Gelbe Cola sorgt für einen Zuckerschock, die Obstsäfte sind hervorragend

Das Lokal befand sich auf der Terrasse des Kunstmuseums, das anschließend unser Ziel war. Jede Menge Zeitzeugen der Geschichte Perus der letzten 3000 Jahren sind dort zusammengetragen worden. Das zieht sich etwas hin, hat aber auch sehr viele wirklich interessante Aspekte.
Knotenschnur, Datenspeicher der Inkas

Textilkunst und ein Kabinet
Dann ging es zurück zum Hotel, die meisten von uns waren recht froh darüber. An das nach dem deutschen Frühling doch sehr warme Wetter in Peru muss man sich wohl doch erst gewöhnen.